Google Chrome OS: ein Angriff auf FLOSS

Google hat ja bekanntlich ein neues Netbook Betriebssystem angekündigt. Ich sehe dieses als größte Gefahr für FLOSS der letzten Jahre und ich hoffe und wünsche mir, dass es kein Erfolg wird. Der einzigen anderen Firma, der ich bisher nicht Erfolg gewünscht habe ist der Riese aus Redmond. Ich habe jetzt so sehr Angst vor Chrome, dass ich selbst mit dem Teufel, in Form von MS, paktieren würde, um dieses neue Betriebssystem zu bekämpfen.

Nun woher kommt diese Abneigung gegen Chrome OS? Laut der Ankündigung ist es doch Open Source. Also alles in Ordnung, warum sollte Open Source ein Angriff auf Open Source sein?

Nun allein die Ankündigung, dass es Open Source ist, ist ja schon der erste Punkt. Von Lizenz wurde noch nichts gesagt. Warum nicht freie Software? Ich gehe hier mal vom schlimmsten aus und denke es wird eine recht unhandliche Lizenz.

So schauen wir uns doch mal ein paar Schmankerl aus der Ankündigung an:

The user interface is minimal to stay out of your way, and most of the user experience takes place on the web.

D.h. Chrome OS wird nicht mehr sein als ein Browser. Alle Anwendungen laufen im Web. Nun ist es ja toll, dass Chrome OS komplett Open Source ist. Aber die Anwendungen, die man nutzt laufen auf Servern, nicht auf dem Gerät. Kann man da noch von Open Source sprechen? Wer hat schon den Code von GMail gesehen?

Wer Chrome OS benutzt, wird nicht nur seine Daten an Google geben, sondern auch die Berechnungen auslagern. Das Gerät wird ohne Internetzugang so gut wie unbenutzbar sein. Google ist schon eine Datenkrake, aber man muss sich bewusst machen, welche Daten sie mit Chrome OS in der Hand haben. Sie werden alles wissen. Sie werden wissen wie genau der Workflow aussieht, sie werden einen kontrollieren. 1984 – here we come. Ich hätte nie gedacht, dass der Angriff auf die Privatspähre in dieser Form nicht vom Staat ausgeht. Ganz klar: Stasi 2.0 ist Kindergarten dagegen.

Nun denn, der Leser mag sich denken: hey ich benutze doch die Webanwendungen gar nicht. Ich installiere einfach meine übliche Software und gut ist. Ist ja Linux – Chrome OS ist nichts mehr als eine weitere Distri. Tja leider nicht:

The software architecture is simple — Google Chrome running within a new windowing system on top of a Linux kernel.

Das entscheidende ist hierbei “a new windowing system” – es wird nicht X11 eingesetzt. Ach ja nicht weiter schlimm, X11 ist alt und verursacht viele Probleme. Ich plage mich tagtäglich damit rum. Aber es bedeutet viel mehr. All unsere freien Anwendungen verwenden X11. Keine GNOME/KDE/$DE Anwendung wird auf Chrome OS lauffähig sein. GTK+ und Qt müssten zuerst portiert werden. Window Manager wie KWin/Compiz/Mutter sind eng an die X11 Plattform angepasst und sind kaum portable. Diese sind nicht geschrieben worden mit dem Gedanken an andere Plattformen. Das heißt eine andere Benutzeroberfläche wäre nicht startbar, selbst wenn es jemand schaffen würde die Toolkits zu portieren.

Nun kommen wir dabei gleich zum nächsten Problem. Google spricht von einer simplen Architektur und nennt das Betriebssystem “lightweight”. Für mich bedeutet das, dass das windowing system so designt ist, dass es nur eine Anwendung ausführen kann: Chrome. Und wenn wir uns das Design vom Webbrowser Chrome anschauen, so stellen wir fest: hey das ist ja schon ein windowing system. Es hat eine Architektur, die pro Tab einen eigenen Prozess hat. Möchte man dies gut unter X11 erstellen, läuft es darauf hinaus, dass es ein eigenes Windowing System wird – vermute ich zumindest. Chrome scheint für mich bereits das komplette Windowing system zu integrieren.

Es gibt noch etwas was mir Angst macht: die Tatsache, dass die Ankündigung für Chrome OS während GCDS erfolgte. Google war Sponsor, wusste also, dass der Summit stattfindet. Für mich ist es kein Zufall. Für mich ist es ein Zeichen Googles, dass sie KDE und GNOME als überflüssig ansehen: “Lasst die mal diskutieren – hier das ist die Zukunft”. Ein sehr beängstigendes Zeichen.

Fassen wir zusammen: Chrome OS wird es unmöglich machen für existierende freie Software auf der Plattform zu laufen. Zusätzlich wird die komplette Berechnung auf die Server in Mountain View verlagert. Der Quellcode der Präsentationsschicht wird zwar freigegeben – ist aber recht wertlos. Es ist nur die Präsentationsschicht.

Ach und da ist noch ein anderes Problemchen: hat Chrome OS Erfolg, nimmt es unseren Marktanteil weg. Windows und Mac OS werden davon nicht wirklich beeinträchtigt werden. Für uns ist es aber eine Gefahr.

Hat Chrome OS keinen Erfolg, so steht FLOSS ziemlich schlecht da. Wir werden verspottet werden und es wird heißen, dass man mit freier Software und Linux doch keinen Erfolg haben kann. Dass das Produkt, was Google ausliefert, nichts mit dem existierenden FLOSS Stack zu tun hat, ist dann irrelevant. Egal wie, wir sind die Verlierer.

Chrome ist für mich eine riesige Gefahr und wir müssen gemeinsam den Leuten klar machen, was es bedeutet, wenn dieses “Betriebssystem” Erfolg hat. Niemand sollte es benutzen. Die Leute, die sich nicht so gut auskennen, werden den Angriff auf FLOSS nicht verstehen, wir müssen sie mit den Gefahren für sie aufklären. Chrome OS bedeutet die Verlagerung sämtlicher Daten und sämtlicher Berechnungen auf die Server von Google. Man hat keine Privatsphäre mehr. Google weiß alles. Sie wissen wie lange man auf youporn war, wie oft und was man zuvor und danach gemacht hat. Leute macht euch klar: mit Chrome gibt es keine Privatsphäre mehr. Das Verfassungsgericht hat uns letztes Jahr ein tolles neues Grundrecht gegeben. Seid stolz in einem Land zu leben, in dem die Vertraulichkeit informationstechnischer Systeme und die informationelle Selbstbestimmung grundrechtlich geschütz ist. Zerstört es nicht, indem ihr alles an Google gibt. Geben wir freiwillig unseren Schutz auf, schützt uns auch das Verfassungsgericht nicht mehr, wenn die Politik wieder begehrlich ist.

43 Replies to “Google Chrome OS: ein Angriff auf FLOSS”

  1. Paranoia?
    Zudem kann ChromeOS Linux keine Marktanteile abnehmen – höchstens auf den netbooks. Aber diese waren ja auch mit Linux vorinstalliert kein großer Erfolg.

    Vielleicht sollte man erstmal abwarten, ein einziger Blogeintrag von Google löst bei mir zumindest noch keine Weltuntergangsstimmung aus…

  2. Ist doch schon lange klar, wie der Hase läuft. Ich hab mir das schon gedacht, als Google immer mehr Webanwendungen gebastelt hat. Und spätestens nach Gears und Chrome war die Richtung doch klar.

    Das Chrome und Chrome OS Opensoure ist, das ist eine Sache. Aber der Rest?

  3. Schöner Beitrag! Aus der Weise habe ich es noch gar nicht gesehen.
    Allerdings:
    >>Chrome OS Erfolg, nimmt es unseren Marktanteil weg. Windows und Mac OS werden davon nicht wirklich <<

    Das kann ich gänzlich nicht nachvollziehen.
    Ich als Linuxuser nutze Linux, weil ich dort mehr Kontrolle und Flexibilität und Offenheit habe.
    Nun werde ich dann ganz sicherlich auf etwas simpleres, völlig Inkompatibles zurückgreifen.
    Gerade Linux wird kein Marktanteil entzogen. Denn wer wechselt denn freiwillig da hin?
    Ich sehe eher, dass Windows User Chrome OS sehr attraktiv finden, weil es einfach und leichtgewichtiger (und kostenlos) als Windows ist.

  4. Welche der OSI-approvten Lizenzen ist denn sperrig?
    Google weiß sehr genau, was Open Source heißt; das wird wahrscheinlich wie bei Chromium eine BSD-Geschichte.

    Ich lese auch noch nicht heraus, dass sie X11 nicht einsetzten. Sie werden kein xfree86 und kein xorg einsetzen, das ist klar.
    Und selbst wenn: darf denn jetzt niemand mehr im Grafikbereich was neues erfinden, sondern muss sich an das Grafikprotokoll von 1985 halten?

    Und zu guter letzt: hinder dich *irgendwas* daran, Webapplikationen zu schreiben?

  5. @Alphager:
    1. wo steht dass es eine OSI-approvte Lizenz sein wird? Ich lese nur Open Source – und das ist sehr schwammig

    2. eine kompatible X11 Implementierung ist nicht leichtgewichtig und kompletter Overkill wenn man nur eine Anwendung will. Und nein, natürlich darf man was neues erfinden und ich würde es sogar begrüßen. X11 macht viele Sachen, die man einfach nicht mehr braucht. Wayland würde ich durchaus mehr Beachtung erwünschen.

    3. Nein, aber ich denke es ist einfach falsch – das ist persönliche Meinung.

  6. Genauso wie es mit Chromium (und damit Iron) komplett freie (wie in Freibier und vor allem Spyware-Frei) Umbauten gibt, wird es das auch für Chrome OS geben. Und nichts hindert dich daran, mit dem System von Google Webanwendungen der Konkurrenz zu benutzen – z.B. Office 2010!

    Man kann sich Dinge auch schlecht reden. Alles, was Microsoft und Apple schadet, nützt Linux. Also wird auch Chrome OS Linux nützen. Denn dein Argument funktioniert auch andersherum: Wenn Chrome OS funktioniert, werden viele Leute denken “Oh, Linux ist ja doch nicht so blöd. Aber unter Googles Linux kann ich sowenig machen. Vielleicht teste ich mal Ubuntu”…

  7. nu tu ma butter bei die fische.

    ein “windowing system” ist noch lange kein “graphic server”, sondern genau das was KDE, Gnome und Xfce auch sind.

    Und wenn sie User klauen dann MS und Apple uns wird das gar nicht treffen, weil “wir” genauer hinschauen und dann eine Entscheidung treffen.

    Desweiteren: Was wäre so schlimm daran, wenn das kein Erfolg wird? Die Leute meckern jetzt auch das OpenSource Müll ist, schlimmer gehts nicht und mal ernsthaft: ich hab keine Lust das die alle zu Linux kommen, dass bringt zuviel Nachteile und kaum Vorteile. (der einzige vorteil wäre bessere Unterstützung durch Hardwarehersteller/Softwarehersteller, der Rest sind Nachteile: Viren/wurm/trojanerrisiko steigt, lauter leute die sich (immernoch) nicht mit ihrem PC beschäftigen usw.

    Meine Meinung: Wenn Linux eine Verbreitung von ~10-15% erreicht hat, ist das genug. Mehr brauchen wir nicht, sonst gehts uns irgendwann so wie MS jetzt: alle meckern rum das das System blöd ist und keiner wechselt und irgendwo kreucht ein kleines Betriebssystem dahin was darauf wartet groß zu werden.

  8. @ peterp: hoffen wir dass du Recht hast.

    @ detru: tut mir Leid aber du liegst grundlegend falsch. Windowing System ist die Schicht unter KDE/GNOME. So ist es in jedem Architekturbild gezeichnet und nicht umsonst heißt X11 “X Window System”.

    Und nein, ich werde arbeiten bis FLOSS einen Marktanteil von 100 % erreicht hat. Wir dürften nicht vergessen, dass im Gegensatz zur Konkurrenz wir eben kein Monosystem sind, sondern viele Möglichkeiten bieten, jedem das beste zu bieten – das Meckern Argument zählt nicht und wenn Leute denken es ist schlecht, dann muss das für uns Ansporn sein es besser zu machen.

  9. “Und nein, ich werde arbeiten bis FLOSS einen Marktanteil von 100 % erreicht hat.”

    Und genau dieser Moment wird es sein, den alle FLOSS-Vertreter fürchten sollten. Wer ist denn maßgeblich an der Entwicklung beteiligt? Es ist nicht die Community, sondern es sind Firmen, die mit dem Verkauf von Software (oder Hardware) ihr Geld verdienen: Vor allem Red Hat und Novell, aber bspw. auch Intel un Atheros. Und woher nehmen diese Firmen dann den Lohn für die Kernel-Hacker und alle anderen Entwickler zu bezahlen?

    Denn wenn niemand mehr Software kauft, fallen auch diesen Herstellern die Einnahmen weg. Und alleine mit Supportverträgen lässt sich soetwas nicht finanzieren!

    Mal abgesehen davon, dass ich es für ziemlich intolerant und respektlos halte, sich erst dann zufrieden zu geben, wenn alle die eigene Meinung angenommen haben. Und genau das wäre der Kampf um einen Marktanteil von 100%: Alles andere ist schlecht und muss deshalb weg. Das ist genau das, was den Marktführern um MS und Apple immer angekreidet wird. Ich glaube nicht, dass das im Sinne einer demokratischen Community ist!

  10. Abwarten und Tee trinken. Für Linux sehe ich da überhaupt keine Gefahr. Da könnte man eher Windows 7 als Bedrohung sehen, denn das Teil ist definitiv keine Freie Software und deutlich besser als das missratene Vista. Wenn Windows 7 draußen ist, dann fallen viele Argumente weg, welche bei Vista noch funktioniert haben.

  11. Hallo,
    ich finde deine Bedenken durchaus angebracht. Besonders der letzte Absatz zur freiwilligen Abgabe dessen, was durch so viele Kämpfe erst gewonnen werden musste.

    Sollte Google seine technische Expertise und Kreativität lieber darauf verwenden, ein gutes Betriebssystem zu bauen und für angebrachtes Geld zu verkaufen. Dann gäbe es endlich eine echte Konkurrenz unter den großen OS und der Kunde würde wirklich profitieren.

    Leider lässt man sich heutzutage lieber mit “kostenlosen” Angeboten ködern und tritt, meist ohne es zu wissen, seine ganze Freiheit ab.

    Wann wird eigentlich mal eine vernünftige Medienkompetenz-Ausbildung Inhalt unser Schulrahmenpläne? Da liegt doch der Hase schon begraben. So viele Steuergelder, die in den Computerräumen dieser Republik für M$ zum Fenster rausgeworfen werden…

  12. Ich habe keine Angst vor Chrome OS.
    Ich betrachte es als Chance für Linux: Bisher hat Google viel Geld ausgegeben und viele Entwickler beauftragt, Linux an allen Ecken und Kanten zu verbessern. Gerade solche Hacktreffen sind eine der größten Bereicherungen. Solange Google in dem OSS-Bereich Erfolg hat, wird es hier auch noch investieren.
    Größer ist die Gefahr, dass der Marktanteil von Linux irgendwann zu groß wird: Dann gibt es keine Gründe mehr, hier zu investieren, da es ja keinen großen Konkurrenten mehr zu bekämpfen gibt.

    Chrome OS ist kein Betriebssystem und soll es (offenbar) auch nicht werden. Es ist eher eine Oberfläche für Netbooks.

    Und es ist OSS, es wird also sicher Entwicklungen geben, die die Oberfläche weiterverwenden, aber die Bindung an Google reduzieren (wie z.B. Chromium).

    Google hat bisher viel für UNSER Betriebssystem getan. Mich wundert’s, dass das überhaupt nicht gewürdigt wird.

  13. @peterp: der Großteil des FLOSS Stack wird nicht von Firmen entwickelt. Außerdem denke ich ist es für kommerziellen Support (der nur einen Bruchteil der Einnahmen ausmacht) eher irrelevant. Bitte bedenke auch, dass wenn FLOSS einmal 100 % Marktanteil hat, es keine Monokultur wie bei Windows geben wird. Es gibt heute schon unzählige Distributionen und für fast jeden Fall mehrere Anwendungen. Übrigens meinte ich mit meiner Aussage auch nur den privaten Desktop/Notebook Sektor.

    @Artur: vor Windows 7 habe ich keine Angst. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass jemand, der schon auf Linux oder Mac OS umgestiegen ist, wegen dieser Software wieder zurückwechselt.

    @Daniel: full ack

  14. Wo ziehst du die Vermutung der unfreien Lizenz her? Von den anderen Open Source Anwendungen von Google wie Chrome, deren Lizenz ja auch total sperrig ist? -.-

  15. @Thomas: bitte vergiss nicht, dass Google nichts aus purer Menschenfreude macht. Es ist ein börsennotiertes Unternehmen. Googles Erfolg baut nach eigener Aussage sehr stark auf Open Source auf.

    Dein Kommentar erinnert mich an einen Kritikpunkt an GSoC, nämlich dass Google das nur macht um die schärfsten Kritiker, nämlich die einzige Bevölkerungsgruppe die auf Datenschutz und ähnliches Wert legt, mundtod zu machen.

    Sollen wir wirklich die Klappe halten, nur weil Google einen kleinen Betrag von dem was sie einnehmen an die Community zurückgeben?

    Und ja ich würdige durchaus die Arbeit die Google geleistet hat für OpenSource. Nur hindert mich das nicht daran Kritik an einem Projekt zu äußern.

  16. “@ detru: tut mir Leid aber du liegst grundlegend falsch. Windowing System ist die Schicht unter KDE/GNOME. So ist es in jedem Architekturbild gezeichnet und nicht umsonst heißt X11 “X Window System”.”
    ups, okay. Hatte es jetzt einfach übersetzt, tschuldigung.

    “Und nein, ich werde arbeiten bis FLOSS einen Marktanteil von 100 % erreicht hat. Wir dürften nicht vergessen, dass im Gegensatz zur Konkurrenz wir eben kein Monosystem sind”
    Im Prinzip schon: es würde “nur” noch FLOSS geben.
    “sondern viele Möglichkeiten bieten, jedem das beste zu bieten – das Meckern Argument zählt nicht und wenn Leute denken es ist schlecht, dann muss das für uns Ansporn sein es besser zu mache”
    nein, man muss den Leuten beibringen wieder zu denken. Wenn ich einen Berg nicht auf anhieb raufkomme, warte ich auch nicht ein paar Jahrmillionen bis der kleiner ist, sondern versuche da hoch zu kommen.

    Den Weg den soviele Entwickler gehen kann ich nicht nachvollziehen, nämlich den Weg den MS eingeschlagen hat: Wenn der User was nicht kann haben wir es zu kompliziert gemacht.

    Das ist Grundlegend falsch: Wenn eine nicht-elite von Menschen etwas bedienen kann, dann kann das auch der rest der Menschheit. Wer es nicht kann der brauchts auch nicht.

    Aber egal, darum gehts hier nicht.

    Zum Thema: es wird nie eine 100% FLOSS macht geben. So wie es auch kein 100% Vakuum gibt. Nichts ist absolut.

    Desweiteren ist es in einigen Bereichen durchaus sinnvoll den Code nicht zu veröffentlichen, dazu gehören bspw. Sicherheitskritische Bereiche. Würde man den Code veröffentlichen würden sich ne Menge black-hats freuen und es gäbe ein paar Menschen weniger auf diesem Planeten.

  17. Google sammelt doch nur die ganzen Daten, um die Suchergebnisse und die Übersetzung für uns alle zu verbessern, weißt du das denn nicht. 😀

    Streich bei deinem Vortrag mal Google Chrome gegen Cloudcomputing… das ist mindestens genau so gefährlich

  18. Ich denke mal, es wird so werden wie mit dem Browser Chrome. Erst einmal wird sich jeder darauf stürzen weil es was Neues ist und dann war es das auch. Also locker bleiben, dieses OS hat genau so wenig Chancen richtig “Groß” zu werden wie all unsere Linux Distris.

  19. ich denke, du siehst das falsch. am beispiel von chrome (dem browser) hat man ja gesehen, was passiert wenn sie zu viele daten sich schicken lassen. es gibt einen riesen aufschrei und sie machen es abschaltbar.

    versuch es mal von der andere seite zu sehen: falls einen ordentliche lizenz gewählt wird, schreibst du dir deine eigenen webanwendungen und verstrickst sie mit martins-chrome-os und schmeißt die ganze google software raus.

    ist es nicht so, dass floss davon lebt verschiedene möglichkeiten zu haben, die voneinander lerne und eine gegenseitige konkurenz sind? also warum sollte es nicht auch nach jahren mal eine “gute” alternative zu x11 geben?

    ich verstehe durchaus deine bedenken und weiß selbst noch nicht so ganz was ich davon halten soll, aber ich warte erst einmal ab. vielleicht ergibt es sich das man sich später selber an der entwicklung beteiligt und das projekt in eine andere richtung drückt?

  20. Sorry, aber selten so einen paranoiden schwachfug gelesen. Wenn dir deine Privatsfähre so wichtig ist, wieso schreibst du dann auf einen Blog? Freie Meinungsäußerung?

    Erstmal müssen die Leute das auch benutzen. Und seid mal ehrlich, wie viele Leute benutzen Chrome? Als Chrome rauskam, haben sich alle drauf gestürzt und es war total interessant und hip sich den zu installieren. Mitlerweile surft doch kein Schwein mehr damit.
    Windows und Apple werden weiterhin ihre Markstellung behalten, Linux wird weiterhin der “Uunderdog” bleiben, auch wenn er immer mehr Bekanntheit erlangt. Und Chrome OS wird ein weiteres OS sein, was letztlich eh niemand benutzen wird …

  21. ich denke, du siehst das falsch. am beispiel von chrome (dem browser) hat man ja gesehen, was passiert wenn sie zu viele daten sich schicken lassen. es gibt einen riesen aufschrei und sie machen es abschaltbar.

    Lies dir die Ankündigung durch und du wirst feststellen, dass es nur einen Webbrowser geben soll. Es wird also alle Berechnungen ausgelagert. Das ist von mir jetzt in diesem Punkt nicht nur eine Kritik an Google Chrome OS sondern generell an Cloud Computing

    versuch es mal von der andere seite zu sehen: falls einen ordentliche lizenz gewählt wird, schreibst du dir deine eigenen webanwendungen und verstrickst sie mit martins-chrome-os und schmeißt die ganze google software raus.

    Ja sehr realistisch. Aktuell dürfte die Anzahl der Nutzer von mir geschriebenem Quellcode im Bereich 100.000 bis 10.000.000 liegen – ist sehr schwer zu schätzen. Überlege mal was ich ausgeben muss um für 10.000.000 Nutzern unter Umständen gleichzeitig eine Anwendung als Cloud Computing Service bereitzustellen. Die Anzahl der Firmen, die weltweit solch eine Infrastruktur bereitstellen können, lassen sich wohl an einer mit gut Glück an beiden Händen abzählen. Die FLOSS Community, die eherenamtlich und unentgeldlich arbeiten will, ist von diesem Markt ausgeschlossen.

    ist es nicht so, dass floss davon lebt verschiedene möglichkeiten zu haben, die voneinander lerne und eine gegenseitige konkurenz sind? also warum sollte es nicht auch nach jahren mal eine “gute” alternative zu x11 geben?

    Ich hab es schon in einem vorherigen Kommentar gesagt: ich würde eine Alternative zu X11 begrüßen. Jedoch nicht diese. Wir müssen uns mal die Frage stellen: warum will Google X11 austauschen? Was ist das Ziel dahinter? Mit nur einer laufenden Anwendung (der Browser) ist X11 jetzt nicht das Ressourcenmonster dass man es austauschen muss.

    Nun müssen wir uns auch fragen, warum Google – wenn sie Interesse daran haben anderen ihre neue Software nutzen zu lassen – nicht offen auf die Community losgeht? X11 ist die wichtigste Softwarekomponente unterhalb von GNOME/KDE. Eine Neuentwicklung sollte die Fehler von X11 nicht beinhalten. Wer kennt die Fehler besser als die, die tagtäglich damit konfrontiert sind? Außerdem müssen die Toolkits portiert werden. Das sollte schon während der Entwicklung anlaufen, wenn die ersten Schnittstellen stabil sind und nicht erst wenn Chrome OS auf dem Markt ist.

    Für mich sind die verschiedenen kleinen Bereiche einfach ein Zeichen, was Chrome OS werden soll und was nicht.

    vielleicht ergibt es sich das man sich später selber an der entwicklung beteiligt und das projekt in eine andere richtung drückt?

    Möchtest du wirklich an Cloud Computing Lösungen beteiligt sein? Ich nicht. Webanwendungen zu schreiben, damit Google reicher wird? Nein danke.

    (Anmerkung: mir ist durchaus bewusst, dass auch Distributionen mit meinem geschriebenen Code Geld verdienen, jedoch auf eine Art und Weise die ich gutheißen kann)

  22. Sorry, aber selten so einen paranoiden schwachfug gelesen. Wenn dir deine Privatsfähre so wichtig ist, wieso schreibst du dann auf einen Blog? Freie Meinungsäußerung?

    Gut dass ich den Schwachflug direkt zurückgeben kann. Lies mal all meine Blog posts und finde raus wie viele persönliche Informationen du rausholen kannst, die nicht eh schon durch meine Arbeit in der Community bekannt sind.

  23. @Martin: Open Source ist kein schwammiger Begriff, sondern ein Markenzeichen der Open Source Initiative. Nur OSI-approvte Lizenzen sind Open Source Lizenzen. Google weiß das sehr genau. Google hat *nie* irgendetwas als Open Source bezeichnet wenn es nicht mit einer OSI-approvten Lizenz daherkam. Komm also bitte runter von deinem Panik-Trip.

  24. Komm also bitte runter von deinem Panik-Trip.

    Danke das entscheide ich selber 😉

    Nocheinmal: Open Source ist schön und gut im Falle von Cloud Computing ist es ziemlich schnurz piep egal ob der Client Open Source, frei oder proprietär ist. Der entscheidende Teil der Software ist es nicht.

    Wer den Quellcode von GMail gesehen hat, darf mir gerne widersprechen. Bis dahin sehe ich jede Cloud Computing Lösung als unfrei an, egal unter welcher Lizenz der Client steht.

  25. Skeptisch zu bleiben ist ja voll in Ordnung, aber “Ich habe jetzt so sehr Angst vor Chrome, dass ich selbst mit dem Teufel, in Form von MS, paktieren würde, um dieses neue Betriebssystem zu bekämpfen.” klingt ungesund…
    Es hat noch nie ein für alle Beteiligten positive Allianz mit Microsoft gegeben.

    Bei Cloudcomputing bin ich auf deiner Seite, aber das hat mit Chrome OS nichts zu tun.

    Ich sehe einfach nicht das große Problem. Deine heißgeliebten KDE-Anwendungen werden entweder laufen, oder es muss halt portiert werden. Wenn BSD auf Toastern läuft dann kann QT auch auf ein neues Windowing System portiert werden.

    Und Webapplikationen sind qua Definition böse; Chrome OS ändert an der Tatsache nichts.

  26. Nun der Blogpost ist sehr überspitz, das gebe ich zu.

    Bei Cloudcomputing bin ich auf deiner Seite, aber das hat mit Chrome OS nichts zu tun.

    Doch sehr viel, weil Chrome OS eben nur noch Cload Computing vorsieht. Zumindest nach ihrer Ankündigung

    Ich sehe einfach nicht das große Problem. Deine heißgeliebten KDE-Anwendungen werden entweder laufen, oder es muss halt portiert werden. Wenn BSD auf Toastern läuft dann kann QT auch auf ein neues Windowing System portiert werden.

    Ich bezweifle halt, dass das Windowing System so designt ist, dass es überhaupt möglich ist, etwas anderes als Chrome auszuführen. Nun das kann ich nicht beweisen, aber es ist einfach meine Vermutung kommend aus der Tatsache, dass nicht X11 verwendet wird und ich für diese Änderung einfach keinen vernünftigen Grund sehe.

    Dann zur Portierung: Qt müsste von Nokia portiert werden. Wird da finanzielles Interesse bestehen ach und meine Anwendung ist an X11 gekoppelt – die lässt sich nicht portieren, die müsste neugeschrieben werden. Ja der Code ist halt von KDE 2. Nur der neue KDE 4 Bereich ließe sich problemlos portieren – vorausgesetzt das Windowing System beherrscht Compositing und OpenGL.

  27. hey martin,
    ich sehe das ganze etwas losgelöster von google.
    du fixierst dich so sehr auf die google online anwendungen, dass du die idee hinter chrome os vielleicht übersiehst.

    ich finde die online google anwendungen total praktisch, möchte aber niemals davon abhängig sein. es gibt aber ja noch alternative onlineanwendungen, einige davon sogar auch opensource. also dann gibt man im chrome os einfach statt docs.google.de docs.meineseite.de ein und schon ist man google los. der vorteil des chrome os bleibt gleich.

    wie gesagt, ich verstehe durchaus deine bedenken. aber wenn die geschichte open source ist, dann kannst du sie dir doch auch auf deine bedürfnisse anpassen. es muss ja nicht gleich für millionen benutzer sein. reicht doch wenn du es für dich machst. musst den code ja dann auch nicht zurückfließen lassen, wenn du nicht möchtest das die damit geld verdienen.

  28. @diego: möchtest du wirklich eine Hardware mit einem Betriebssystem welche ausschließlich Cloud Computing ermöglicht? Warum sollte man alle Dokumente und die Berechnungen auf Server auslagern?

    Man gibt sich damit in eine ungeheure Abhängigkeit vom Internet und den Dienstprovidern. Ich will das nicht. Bitte betrachte diesen Blog Post als eine allgemeine Warnung vor Cloud Computing und insbesondere als Warnung vor Chrome OS, welches als Sprungbrett für Cloud Computing dienen soll. Das hätte ich im Post besser hervorheben sollen.

  29. @Martin:
    Woher nimmst du die Aussage, dass keine native Software auf Chrome OS läuft?

    Du spekulierst Dir das worst-case Szenario zusammen; lass uns doch erstmal abwarten, wie es wirklich wird.

  30. Dein Artikel formuliert meine Befürchtungen recht treffend.

    Ich will den Teufel nicht an die Wand malen, aber Google ist mir nicht koscher. Irgendwas veranlasst mich, denen zunächst mal alles zuzutrauen.

  31. Hallo Martin

    Deine Spekulation ist recht gut!
    Wirklich sehr Plausibel, mit einem Ausnahme (die Linux Benutzer)

    bedenke: Wer Dumm und Faul ist, der bleib Dumm und Faul.
    Da hilft keine Warnung, Strafe usw. Es hilft nichts.

    Google gewinnt, denn sie habe mehr Macht und bessere Marketing als wir LINUX-USER.

    bedenke: Wenn LINUX mehr Freiheit und bessere Qualität als Windows bittet! Warum ist dann nicht LINUX die Nummer 1.?
    Antwort ->
    Sie habe gute Verbündete, bessere Verbreitungsmöglichkeiten, Popularität usw. also besser Marketing, etwas was Google auch hat.

    Aber du hast recht, es wird FLOSS schaden als helfen.

  32. Liebe Linux-Freunde:

    Die Gefahr, dass Linux und FLOSS allgemein durch die Markteinführung von Chrome OS Schaden nimmt, ist real. Obwohl M$ sich mehr Sorgen machen muss.

    Am Ende kommt es aber darauf an, welche Fraktion die meisten Leute überzeugen kann – und ein wenig auch, wer die beste Gesamtlösung anbietet 😉

    Darum wünsche ich mir: wir sollten weniger nachahmen und hinter ‘den anderen’ herlaufen. Besser sollten wir selbst neue Ideen zur Produktreife entwickeln.

    Dass man dafür evtl. zukünftig auch mal alte Zöpfe abschneidet (evtl. auch X11 durch einen moderneren Ansatz ersetzt) ist mir willkommen.

    Für Linux / FLOSS kann das am Ende nur bedeuten: Weiter hart daran arbeiten, dass man die beste Lösung anbieten kann!

    Gruß & Dank an alle FLOSS-Entwickler da draußen!

  33. Hi Martin,

    Die ersten Sätze Deines Artikels ließen mich auch denken: Wer wird denn so paranoid sein! Aber leider bin ich jetzt ähnlich besorgt – ich denke, das sind ernsthafte Spekulationen die Du vorbringst.

    Eine Kleinigkeit vorweg: das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung: Ich bin nicht stolz in einem Land zu leben, in dem die Vorratsdatenspeicherung praktiziert wird, und jetzt DNS-Antworten gefälscht werden sollen. Aber das führt vom Thema weg. Zum Thema:

    Meine erste, flüchtige Idee war, daß, wenn sich Google einen nennswerten Markt erobert, dies die Hardwarefabrikanten zu besserer Linuxunterstützung animiert, und dies so der Linuxcommunity nützt. Aber wird Chrome-OS viel Hardware brauchen? Wird man noch drucken in 5 Jahren? Kameras benutzen? Sound, 3D-Grafik, … – ich sehe das erstmal nicht verschwinden, und ein Bild einscannen wird man auch bei Chrome wollen – oder?

    Werden Webservices die Welt erobern? Schwer zu sagen. Ich bin sehr konservativ, was meine Daten betrifft, und viele Leute sind es. Man will das alles selbst unter Kontrolle haben. Ein Stück Hardware, wo man weiß, hier sind die Photos von Veronique* drauf. (*Name v.d. Redaktion geändert.) Die Diplomarbeit.
    Aber wenn es eine Welle gibt, und plötzlich alle Leute in eine Richtung rennen, dann bleibt nicht viel Auswahl, wenn man nicht überrannt werden will, als irgendwie mitzumachen.

    Die Verfügbarkeit des Netzes wird sicher noch zunehmen. Billiger und einfacher auch mobil zuzugreifen, mehr Geräte, die mobil internettauglich sind. Aber RAM und CPU-Ausstattung nehmen auch zu und zu. Dabei reicht mein 4 Jahre alter Laptop heute für alles was ich mache locker aus – selten kommt er aus seinen 600Mhz Bummelmodus heraus. Beim Booten. 🙂

    Vor 10 Jahren hatte ich einen 266Mhz/64 MB Miditower, mit dem ich gebraust habe, Mails geschrieben, und Javaprogramme geschrieben. Heute mache in 90% der Zeit Mails schreiben, Browsen und Javaprogrammieren. Der alte Rechner könnte kein Eclipse vernünftig bewältigen, aber sonst? Heute habe ich ein ähnliches Gerät (266 Mhz, 32 MB RAM) als Dateiserver laufen, aber nur so groß wie 3 Tafeln Schokolade übereinandergelegt. Das ist auch kein neues Gerät. Handhelds/PDAs haben heute mehr Leistung. Morgen erst recht. Und Speicher wird auch billiger und billiger. Was bringt mir eigentlich die Anwendung auf dem Server, außer Ärger?

    Die Updates macht der Anbieter – ja. Ständig neue Features, d.h. ich finde nix mehr.

    Etwas skeptisch bin ich, ob der Run auf die Webapplikationen wirklich so fulminant wird. Dann bringt Google ein Googledevice ohne Speicher raus, mit schwacher CPU, aber die Konkurrenz haut für kleinen Aufpreis dann doch eine kl. 1TB-Platte rein, und 8 CPUs.

    Webservices selbst anbieten: Wieso soll man am ersten Tag gleich 10 Mio. User bedienen können? Wenn man nichts damit einnimmt – gut – dann wird man auch keine Infrastruktur bezahlen können.

    Wird Java auf dem Chromebrowser unterstützt? Wieso dann nicht Applets anbieten? Naja – für 10 Mio. User auch nicht für umsonst machbar.

    Also ganz so pessimistisch bin ich nicht wie Du, aber wachsam muß man bleiben. Ich denke die CPU und Speicherindustrie ist auf unserer Seite, und wieso soll man nicht all die tolle Technik P2P-artig entwickeln?

    Kennst Du dieses Video (Google Wave Developer Preview/ Google IO)
    http://video.google.de/videosearch?q=wave+developer&hl=de&emb=0&aq=f#

    Das sieht auch sehr nach P2P aus, aber mit einem großen Datasink namens Google in der MItte. 🙂 Erinnert aber an Gobby, und an das Smalltalkprojekt Croquet.

    Eine Vorschaufunktion gibt es nicht? Dann mal viel Glück mit den Links, toi, toi, toi.

    btw.: Daß beim markieren der Hintergrund nicht eingefärbt wird macht das Markieren schwierig, wenn es über ein Blank hinweg geht, hier im Editfeld.

  34. Ich freue mich auf ChromeOS.

    – Jede Hardware, die mit ChromeOS läuft, funktioniert mit jedem Linux. Mehr Treiber! – Freu!

    – ChromeOS nimmt Linux keine Marktanteile weg, denn es ist per Design für Firmen nicht interessant und dort verdienen Redhat & Co. ihr Geld. Für einen Linux-User wie mich ist es auch uninteressant, weil ich gern alles lokal habe.

    – Für MacOS X und besonders für Windows ist es eine Bedrohung. Denn viele Nutzer verwenden Ihre Windows Notebooks/Netbooks eigentlich nur noch um im Web zu “arbeiten”. (Facebook, StudiVZ, Lokalisten, Webmailer, ICQ, Youtube usw.)

    – Wer behauptet, dass ChromeOS kein X11 benutzt. Es könnte auch nur einen andren Window-Manager haben. Das würde es Google auch einfacher machen, Programme wie Earth und Picasa in ChromeOS einzubauen.

    – Ich vermute ChromeOS wird architektonisch nicht weit von Moblin abweichen. Die Oberfläche sieht natürlich anders aus. Aber mal ehrlich, man muss lokal Bilder betrachten, Musik und Videos abspielen und einen Drucker anschließen können.

    – Man ist nicht auf Googles Dienste festgelegt. Wenn mir Google Mail nicht gefällt, gehe ich einfach auf “hotmail.com” oder ähnliches. Im Web bleibt mir die Wahlfreiheit immer erhalten.

    Warte einfach mal ab. Ich glaube ChromeOS ist eine große Chance für Linux endlich von allen Hardware-Herstellern ernst genommen zu werden. Microsoft verliert weiter an Marktanteil und die Leute merken immer mehr, dass man gar kein Windows braucht wenn man einen Computer nutzen will. Und wer mit ChromeOS nicht zufrieden ist, spielt einfach Ubuntu, Fedora oder Suse auf. – Die Hardware ist ja kompatibel. 😉

  35. Wer behauptet, dass ChromeOS kein X11 benutzt. Es könnte auch nur einen andren Window-Manager haben. Das würde es Google auch einfacher machen, Programme wie Earth und Picasa in ChromeOS einzubauen.

    Gegenfrage: warum hätte Google schreiben sollen, dass sie ein neues Window System integrieren, wenn sie X11 verwenden? Gleiches gilt natürlich für Kritiker, die meinen es ist kompatibel. Warum es dann nicht dazuschreiben.

    Für Earth und Picassa hat Google auch Webanwendungen.

    Man ist nicht auf Googles Dienste festgelegt. Wenn mir Google Mail nicht gefällt, gehe ich einfach auf “hotmail.com” oder ähnliches. Im Web bleibt mir die Wahlfreiheit immer erhalten.

    Dazu sage ich jetzt nichts und verweise auf meine schon mehrmals hier in den Kommentaren erwähnte ablehnende Haltung gegenüber WebServices/Software as a service/Cloud computing oder wie auch immer das aktuelle Buzz Word ist. Wer seine Freiheit aufgeben will: bitte schön. Er darf sich dann aber auch nicht über Stasi 2.0 beschweren.

  36. Naja, auch wenn ich sonst Sachen sehr kritisch sehe, bei Chrome OS seh ich das nicht so eng.

    Einmal ist es ja so, dass tatsächlich Hoffnung besteht, Netbook-Treiber jetzt auch besser für Linux zu bekommen, und zum anderen wird freie Software jetzt nicht gleich durch ChromeOS aussterben 😀

    Klar, keine Firma wie Google wird für Millonen von Nutzern einfach mal so Gratisdienste spendieren. Irgendwo muss dass auch wieder hereinkommen, ihre Geschäftsstrategie ist ja “zuerst geben, dann nehmen”, denn so beschwert sich nachher keiner 😉
    Ich weiss, was Google an Daten sammelt, trotzdem nutze ich die Google-Suche und Google-Mail. Denn für die Suche gibt es bereits mehrere Proxys, und mal ehrlich, bei welchem Mailanbieter soll es den besser sein als Google? GMX&co können genauso auf die Mails zugreifen. Wirkliche Sicherheit hat man auch dann nicht, dafür braucht man schon einen eigenen Mailserver. Und auch dass ist nicht endgültig, so benutze ich trotz meines Mailservers nebenher immernoch Gmail, falls mal was ausfällt.

    Und die Liste der Datensammler lässt sich eweig so weiterführen, wenn ich einen eigenen Mailserver habe, dann speichert mein Hostingprovider, wenn ich einen Homeserver nehme mein Internetprovider, und so weiter. Natürlich ist bei einem Homeserver die Gefahr der Spionage wesentlich kleiner als bei einem Mailanbieter, aber welcher Privatanwender macht sowas schon?

    Um wieder auf Chrome OS zurückzukommen: Selbst wenn es der absolute Renner sein sollte, und sich sogar auf Desktops oder größeren Laptops ausbreiten sollte; selbst wenn die Programmierer jetzt ihre Programme über Webapplikationen schreiben und die Lizenz von Chrome OS in keinster weise frei ist – die Internetserver laufen garantiert nicht mit Chrome 😀

    Und selbst wenn Google jetzt mit einem Server-OS auwaten sollte (und mit embedded-OSes), würde das nicht das vollständige verschwinden von FLOSS bedeuten:
    Die meisten FLOSS-Entwickler sind nie mit dem Mainstream gegangen, es gab mal eine Zeit wo man Linux nur über einen Textbasierten installer installieren konnte, aber Windows bereits grafisch, und trotzdem schreibe ich das hier immernoch von einem 2.6.28er Kernel 😉

  37. Total paranoider Dummfug. Natürlich wird das ohne Netz laufen. Wofür gibt es denn Gears. Berechnungen sind auch nicht alle im Netz. Würde ja auch wohl kaum funktionieren. Eher wird es komplexe Javascript oder Google Native Client Anwendungen geben.
    Und X11 braucht mal ganz dringend Konkurrenz und KDE könnte dank Qt schnell auf das neue System portiert werden, weil es auch so schon auf Framebutterdevices etc. läuft. Für den OpenGL basierten Gnome 3.0 Windowmanager (Mutter) ist es wohl ähnlich. Da solltest Du dich mal schlau machen.

    Und ein Linux kann ein Linux keine Marktanteile wegnehmen. Der Linuxmarktanteil kann durch Chrome nur steigen.

  38. Total paranoider Dummfug

    Ich finde es immer wieder erstaunlich, was Menschen sich im Internet herausnehmen. Würdest du zu wildfremden Leuten ins Haus gehen und einfach mal eine Beleidigung reinschreien? Wohl kaum. Nur zur Info: die nächsten Kommentare, die mich angreifen, werden nicht veröffentlicht.

    Natürlich wird das ohne Netz laufen. Wofür gibt es denn Gears.

    Danke, dass mal jemand das Problem beim Namen nennt. Wie war das mit single vendor Lockin? Was mache ich, wenn ich keine Google Anwendungen benutzen will? Wenn ich gears nicht benutzen will? Wenn ich freie Software benutzen will.

    KDE könnte dank Qt schnell auf das neue System portiert werden

    Wow da kennt sich jemand richtig gut aus. Das setzt ja mal voraus, dass Nokia Interesse an einem Port auf die neue Plattform hat. Dann muss der KDE Code angepasst werden. Irgendeine Ahnung wie viel Code in KDE darauf vertraut, dass es eine X11 Plattform ist? Wusstest du, dass kdebase-workspace (d.h. Plasma, KWin und noch einige andere Anwendungen) entwickelt wurde und wird unter der Annahme, dass es nur auf X11 Plattformen laufen wird?

    Für den OpenGL basierten Gnome 3.0 Windowmanager (Mutter) ist es wohl ähnlich

    Nun ich kenne den Quellcode von Mutter nicht, aber Mutter ist ein Fork von Metacity und Metacity ist ein NETWM kompatibler Fenstermanager. Fenstermanager sind ganz stark an X11 angelehnt, weil sie die Schnittstelle darstellen. Zufälligerweise arbeite ich an KWin. Ohne jetzt den Code von Mutter zu kennen, behaupte ich mal, dass die Portierung auf eine nicht X11 Plattform genauso aussieht wie bei KWin: neuschreiben.

    Da solltest Du dich mal schlau machen.

    Als KWin Entwickler würde ich mal behaupten, dass ich mich mit der Thematik besser auskenne als irgendjemand der bisher hier kommentiert hat. Vielleicht hättest du dich schlau machen sollen, bei wem du gerade einen sinnlosen Kommentar hinterlässt.

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