Warum Flattr auf Planet nichts zu suchen hat

In letzter Zeit sieht man immer häufiger Links auf Flattr in Blogposts. Flattr ist für die, die es nicht kennen, ein Dienst bei dem man monatlich einen bestimmten Betrag für Mikrospenden bereitstellen kann und durch Klicks auf die Links die Verteilung festlegen kann. Klingt doch eigentlich ganz gut. Jedoch hat es einen unglaublichen Haken: 10 % bleiben bei Flattr. Ich mache mal eine kleine Rechnung: 1000 Menschen spenden monatlich 5 Euro, damit bleiben 500 Euro bei Flattr. Ein sehr lukratives Geschäftsmodell. Von Flattr profitieren weder die Spender, noch die die Spenden erhalten, sondern einzig und alleine Flattr – ein kommerzieller Anbieter.

Wenn ich spende, dann möchte ich, dass möglichst viel bei den Leuten ankommt, die davon profitieren. Wenn ich spende möchte ich nicht, dass meine Spendengelder in Bürokratie versinken, daher suche ich mir sehr genau aus wofür und über wen ich spende. Ein Wasserkopf von 10 % wäre für mich nicht akzeptabel!

Nun sieht man auch im ubuntuusers Planet in letzter Zeit immer häufiger Flattr Buttons und das ist ein wirkliches Problem. Das gesamte Ubuntuusers Portal hat einen nicht kommerziellen Charakter, der in den Regeln festgelegt ist und jeder mit der Anmeldung zustimmt. Werbung oder Support nur gegen Geld sind nicht erlaubt. Hier wird auch intern im Forum sehr schnell vom Moderatorenteam gehandelt. Berücksichtigt man die Tatsache, dass Flattr 10 % der Spenden für sich behält, ist es ein klar kommerzielles Angebot und somit sind Flattr Links nicht erlaubt. Dies gilt selbstverständlich auch für den Planeten.

Bei den Buttons und Links ergibt sich auch noch ein anderes Problem: es ist Werbung für Flattr. Jeder der einen Flattr Link platziert, betreibt automatisch kostenlose Werbung für flattr – wirklich ein sehr cleveres Geschäftsmodell. Werbung ist wie gesagt auch nicht erwünscht. Niemand würde unter jedem Post einen Microsoft Button sehen wollen – diese Links stören mich in den Planeten ungemein, weil ich auf die Planeten gehe um eben keine Werbung zu sehen (ich sollte mal meine Werbefilter anpassen).

Nun wurde in letzter Zeit auf dem ubuntuusers Planet die Autoren angeschrieben wenn sie Flattr verwenden, informiert dass dies nicht erwünscht ist und die Artikel ausgeblendet bis der Link entfernt wird. Dies entspricht dem Vorgehen für alle Artikel, die den Regeln nicht entsprechen und z.B. anstößige Bilder enthalten, etc. Dies ist – nur falls das jemand meint – keine Zensur. Ubuntuusers hat das Hausrecht und die Blogger müssen sich an die Regeln von ubuntuusers halten. Ähnlich wird es ja auch im Forum und Wiki umgesetzt.

Nun stören sich die Blogger zum Teil daran, dass Flattr Links nicht erlaubt sind und dass man dies mit den Bloggern besprechen muss, weil diese ja den Content liefern. Diesem muss ich klar widersprechen. Das ubuntuusers Portal ist bekannt für seinen nicht-kommerziellen Charakter und dass es werbefrei ist. Daran müssen sich alle halten – nicht nur im Forum und im Wiki. Auch im Forum erbringen die unzähligen Supporter den Content und nicht ein abstraktes Gebilde wie ubuntuusers. Daher gibt es meiner Meinung nach da überhaupt nichts zu besprechen. Ubuntuusers ist keine Demokratie – um mal einen bekannten Open Source Menschen leicht adaptiert zu zitieren. Die Regeln werden vom Team aufgestellt. Der nicht-kommerzielle Charakter wurde gerade auch mitaufgebaut von einem der Blogger, die sich jetzt daran stören, dass Flattr nicht erlaubt ist. Dieser Blogger wollte auch Flattr Links in den Signaturen haben. Da frage ich mich schon: warum hilft man? Um ehrenamtlich zu helfen oder um daran zu verdienen? Es spricht überhaupt nichts gegen Geld verdienen mit Open Source – ich unterstütze das und helfe regelmäßig auch Firmen – auch ehrenamtlich. Jedoch die Ehrenamtlichkeit verlohnt zu bekommen, finde ich nicht akzeptabel. Das ist scheinheilig. Für mich wäre das aufkommen von flattr Links in Signaturen der Punkt wo ich keinen Support mehr leisten würde.

Wenn sich in Zukunft der ubuntuusers Planet nicht mehr betreiben lässt ohne Links auf Flattr, dann muss der Planet in der Schlussfolge eingestellt werden. Das wichtigste Charakterstika von ubuntuusers wegen dem Profitstreben einiger Blogger aufzugeben, ist allen Lesern gegenüber nicht zu verantworten.

Bei meinem letzten Post auf Planetkde wurde ich in den Kommentaren gefragt wo mein Flattr Button sei. Ich habe auf die 10 % Problematik hingewiesen und gesagt, dass man das Geld sinnvoller einsetzen kann, wie z.B. dem KDE e.V. zu spenden. Der nächste Kommentar von dem Leser war: done so.

Dies kann ich nur allen ans Herz legen: wenn ihr die Community unterstützen wollt, dann spendet z.B. an den KDE e.V. oder die GNOME Foundation. Join the Game und Become a friend of GNOME. Davon profitieren alle, denn es wird umgesetzt in die Finanzierung von Sprints. Ein Danke bedeutet mir übrigens auch mehr als dass ich fünf oder zehn Euro mehr im Monat habe.

=-=-=-=-=
Powered by Blogilo

36 thoughts on “Warum Flattr auf Planet nichts zu suchen hat”

    1. Naja das “Kapitalstreben” ist aber bei Twitter nicht gegeben.

      (Ich selber nutze es nicht, entschuldigt mein Halbwissen wenn man an Twitter etwas verdient, ich hab mit diesem Kommentar eher Versucht das Kommentar von linuxnetzer und dem eigentlichen Artikel in Zusammenhang zu bringen. Da ich das Gefühl hatte, dass linuxnetzer den Artikel nochmals Lesen sollte (Nicht nur lesen was Blogilo sagt sondern auch was er meint))

  1. Hallo, und VIELEN DANK für die KDE-Arbeit.

    Meine Sicht der Dinge ist folgende. Ja, “Flattr AB” ist eine kommerzielle Firma, allerdings eine, die eine etwas andere Einstellung als MS (in der Vergangenheit) hat, und ja bereits gesagt hat, falls eine kritische Masse erreicht ist, den Betrag signifikant senken wird. (Moneybookers haben eine niedrigere %-Rate als PayPal).

    Zum Blog: Ja, das stimmt wohl… Kommerzialisierung im UbuntuUsers Blog ist nicht wirklich zielführend. Allerdings habbe ich ein paar kleine Anmerkungen zu machen. Irgendwie müssen die User auf Neuigkeiten aufmerksam gemacht werden, die sie belohnen können, da ansonsten das komplette FlattrFOSS Modell nicht mehr funktioniert. (Was ich nicht kenne, kann ich nicht finden). Bei einzelnen “Wie geht es postings mir” postings, stimme ich zu, dass dort bloss kein Geld eine Rolle spielen sollte.

    Die Buttons können ja ganz normal auf die “Donations”-Seite eines Projekts kommen, sie verschwinden aus dem Planeten und wenn schon FLATTR genannt wird, dann bitte ohne Link. Es wird nicht mehr ewig dauern bis sich FLATTRFOSS (“Zu Recht”) durchgesetzt hat, und ein kurzer Hinweis (ohne link) zusammen mit dem neuesten Updates zu den RN des jeweiligen Entwicklers führt. Jeder wird wissen, dass das entsprechende Projekt auch flattrbar ist, und dann “manuell die Seite ansurfen”.

    Schönen Tag noch, Andreas_P

  2. Hi Blogilo,

    ich muss dir zustimmen. Die Buttons in Planeten nerven höllisch und natürlich hat sich jeder Blogger an die Planetenregeln zu halten. Das sollte überhaupt keine Frage sein.

    Ich selbst habe mit meinem älteren Notebook zusätzlich das Problem, dass Blogs auf denen die Flattrbuttons in jedem Artikel geladen werden müssen eine ganze weile dauern, so lang, dass es überhaupt keinen Spaß mehr macht den Blog zu lesen.

    Die allgemeinthese mit der Ehrenamtlichkeit würde ich allerdings nicht ganz so hart Formulieren. Warum soll einer der ehrenamtlich eine Plattform betreibt und dann noch content “spendet” nicht ein wenig Kostendeckung (im Gegensatz zu verdienen) erhalten? Als z. B. EINEN Flattrbutton auf dem Blog oder sowas. Natürlich wäre ein Spenden-Button schöner, aber z. B. Paypal will da ne monatliche Gebühr dafür.

    Und noch zum Schluss: Wenn es finanziell möglich ist, ist natürlich Werbefrei am schönsten. Auch wenn es meistens so ist, dass diejenigen die die Arbeit machen auch noch die Kosten haben.

    Fazit: Der Planet steht unter den Regeln des Planeten, der eigene Blog unter den Regeln des Blogbetreibers.

    Grüße

    Thoys

    1. klar auf den eigenen Blogs dürfen die Autoren machen was sie wollen und so viel Werbung, Spenden Buttons etc. setzen wie sie wollen.

  3. vielen Dank fuer diesen Blogpost, er hilft mir die ganze Problematik zu verstehen, nachvollziehen kann ich sie noch immer nicht.
    Beim Thema ‘Werbefreiheit aud uu.de’ kann ich zum einen nicht nachvollziehehn warum zum Beispiel Twitter Buttons anscheinend weiterhin erlaubt sind, und zum anderen auf *jeder* Seite ein Link zu “noris network” erscheint, jedes Unternehmen das Sponsoring betreibt erhofft sich dadurch natürlich auch Werbung machen zu koennen. Zu verschenken haben die bestimmt nichts. Würden die uu.de auch hosten wenn dieses Banner nicht gezeigt werden wuerde?

    Ich denke man haette Seitens uu.de auch souveräner mit dieser Problematik umgehen koenne. Eine Möglichkeit unliebsame Buttons mit entsprechenden Hinweisen aus dem Content zu filtern.

  4. Verständnis-Frage zu Flattr:
    Habe ich es jetzt richtig verstanden, dass wenn ich ein solchen Button auf meine Seite mache und dieser von einen anderen User geklickt wird, dieser mir damit Geld spendet (je nach dem wie viele andere Buttons er geklickt hat einen jeweiligen Betrag)?

    Dann kann ich das Verbot vollkommen verstehen. Und wenn Flattr davon dann auch noch 10% bekommt…

    Wenn man Geld spenden will kann man es auch auf anderer Art und Weise machen.
    Und wenn man selbst Spenden braucht muss man dazu eben selbst aufrufen.

    Wenn ich Geld spende will ich doch nicht eine Firma unterstützen, die eigentlich vollkommen überflüssig ist, da sie nichts macht… ich kann das Geld doch direkt an die Zielperson/Organisation spenden. Wozu eine Firma zwischen schalten??

    1. Ja, das Prinzip hast du richtig verstanden. Aber, nein, ich werde nicht “direkt an die Zielperson/Organisation” spenden, weil es mir etwas aufwendig ist, dort vorbeizufahren und meine zwei Euro in die Kaffeekasse zu werfen.

      Deshalb werde ich eben irgendeine “kommerzielle” Organisation dazwischen schalten. Paypal, Flattr, die Deutsche Bank, wen auch immer.

      Unter all diesen Angeboten ist Flattr am komfortabelsten für mich als Kleinspender. Deshalb bin ich auch gerne bereit, 11% extra einzuzahlen, um den Anteil von Flattr abzudecken. Wenn jemand gerne in seiner Freizeit ein solches Micropayment-System ohne Gebühren aufbauen will und die ganze notwendige Organisation aus seinem Privatvermögen finanziert (ich hoffe, er hat ein dickes Sparbuch…), dann kann ich gerne über dessen System spenden. Bis dahin finde ich die Gebühr für die von Flattr gebotene Leistung völlig angemessen.

    2. nur das seit es flattr gibt das spenden einkommen sich seit flattr deutlich erhöht hat. das hat vorher kein anderer dienst geschafft. letzendlich ist es egal wieviel sie behalten, denn anscheinend kommt nun so mehr bei dem eigentlichen projekt an als vorher.
      im übrigen hat auch flattr kosten, damit finde ich es nur legitim einen gewissen anteil zu behalten.

      natürlich würde ich es besser finden, wenn das auch anders geht, aber es gibt momentan keine andere / bessere möglichkeit, außer vielleicht das geld bar übergeben, was aber auch mehrkosten (fahrt etc) verbraucht. bei jeder bank bezahlst du gebühren, jede bank macht mit deiner überweisung geld, paypal macht mit der überweisung geld, wo ist das problem? es gibt praktisch kein kostenloses bezahlsystem.

  5. Lächerlich.
    Dein Beitrag ist nicht nur inhaltlich falsch, sondern zeugt von einer Geisteshaltung, die symptomatisch für die OpenSource-Szene ist:
    1.)

    Von Flattr profitieren weder die Spender, noch die die Spenden erhalten, sondern einzig und alleine Flattr – ein kommerzieller Anbieter.

    Unsinn. Von Flattr profitieren diejenigen, die die Spenden erhalten und die Spender, weil ein einfacher Klick auf einen Flattr-Button mit viel weniger Aufwand verbunden ist, als eine Überweisung auf ein Spendenkonto eines gemeinnützigen Vereins.
    2.) Deine Argumentation stützt sich im wesentlichen auf deine eigene Haltung gegenüber Kommerz und Flattr, die du ab dem zweiten Absatz als gemeingültig annimmst.
    3.)

    Jeder der einen Flattr Link platziert, betreibt automatisch kostenlose Werbung für flattr – wirklich ein sehr cleveres Geschäftsmodell.

    Interessant, ähnliche Werbung wie bei, sagen wir, Noris Network? Schon mal darüber nachgedacht, dass auch Flattr Server bezahlen muss und Entwickler was essen wollen? Vielleicht hatten die nicht soviel Glück, von einem Hoster alle Kosten bezahlt zu bekommen.
    4.)

    Jedoch die Ehrenamtlichkeit verlohnt zu bekommen, finde ich nicht akzeptabel. Das ist scheinheilig.

    Auch diese Ansicht lässt tief blicken. Außerdem ergibt sie keinen Sinn. Ehrenamtliche Tätigkeit darf in keinem Fall mit einer Spende belohnt werden, aber für KDE e.V. darf man wieder spenden?

    Die generell ablehnende Haltung ist so überholt, dass man nur hoffen kann, dass diese absoluten Fundamentalisten genauso bald aussterben, wie die ganzen Nasen, die hinter allem einen (OMG!1Elf) Kommerz sehen.

      1. Das ist kein Argument (übrigens ist das die gleiche Rhetorik, aus der sich auch Sarrazin bedient). Ich denke, ich habe dich verstanden. Die Tatsache, dass du aber die genannten Zitate nicht nochmal kommentierst, werte ich als Nagel auf den Kopf getroffen. Sei’s drum.

    1. Bitte versucht doch etwas sachlicher zu bleiben. Deine Auflistung von Zitaten find ich gut gemacht, das zeigt, dass du den Artikel wirklich gelesen und nicht nur überflogen hast.

      So kommentare wie, dass seine Haltung überholt ist usw. das ist wiederum sehr stark DEINE Meinung, damit machst du genau das was du ihm vorwirfst.

      Warum ich mich überhaupt zu Wort melde, weil ich schon oft gesehen habe, dass eine Diskussion nichtmehr möglich ist weil zu viele Emotionen hochquellen, das ist hier jetzt noch nicht der Fall, aber bevor es soweit kommt werd ich die bitte nochmals los:

      bleibt sachlich!

      Grüße

      1. Hallo,

        ich unterstütze Kais Post und sehe es genauso.
        Flattr hat seine Berechtigung und kommt den Spendern zugute, dieses Micropayment-System ist revolutionär und scheint endlich zu funktionieren. (ich hab dort keinen Account)
        Genau wie bei Software ist es auch im Journalismus: Nur weil Sachen etwas kosten (oder jemand Lust hat, dafür zu bezahlen), sind sie nicht verwerflich. Es ist schön, wenn es anscheinend vielen möglich ist, viel Zeit fürs Bloggen aufzuwenden und trotzdem finanziell gut dazustehen (dem Kommerz sei Dank ;)), aber trotzdem gibt es Leute, die für tolle Artikel gerne etwas spenden, weil sie diese schätzen.

        Diese bornierte Haltung zu ubuntuusers.de, es sei ja das Projekt des Teams, entspricht zwar nicht meiner Vorstellung dieser riesen, von Freiwilligen getragenen Community

        1. , aber wenn das Team so vorgehen möchte, sei es ihnen gegönnt. Der PLANET lebt aber von seinen Bloggern, nicht vom Team; das Team organisiert zwar den Background, was ihnen auch hoch anzurechnen ist, aber die Inhalte werden von den Bloggern geschaffen. Nun völlig über ihren Kopf zu entscheiden (ich beziehe mich hier auf Christophs Post (Linux und Ich)), schafft genau den Eindruck und die Einstellung vom Team, der m.M.n. eigentlich von wenigen geteilt wird, gerade bei Ubuntu!
          Auch KDE/GNOME/Ubuntu werden im Wesentlichen von Unternehmen getragen. Geld ist nichts schlechtes, auch wenn einem das ständig viele einreden wollen.

  6. Aha, dann lieber bei KDE spenden. Dein Spendenappell an KDE ist doch ein Schuss, der voll nach hinten losgeht.

    Der bevorzugte Weg bei KDE zu spenden, ist laut http://www.kde.org/community/donations/ , na was? Richtig, PAYPAL!
    PAYPAL wurde von EBAY für 1,5 Milliarden $ erworben. Der Marktwert dieses profitorientierten Unternehmens ergibt sich u.a. durch die Gebühren, die bei der Transaktion anfallen.

    Zitat obiger Blogbeitrag:”Davon profitieren alle , denn es wird umgesetzt in die Finanzierung von Sprints.” . Ja, und auch PAYPAL verdient sich an KDE eine güldene Nase!

  7. Man mag ja zu Flattr stehen, wie man will. Ich persönlich halte das Konzept für verfehlt, weil dem User vermittelt wird, dass ein zusätzlicher Druck auf den Button ein mehr an Geld bedeutet, was ja tatsächlich nicht so ist. Trotzdem ist deine Einschätzung, dass 10% an Gebühr nicht gerechtfertigt sind, einfach falsch. Gerade weil kleine Beträge auf eine Vielzahl von Konten gemanagt werden müssen, sind ein Zehntel sehr fair, besonders wenn man den direkten Vergleich zu anderen Dienstleistern heranzieht.

    Ein anderer Punkt ist das Verhalten des Portalbetreibers. Natürlich hat da jeder das Recht, seine eigenen Regeln aufzustellen. UU.de agiert da gerade wie ein Verlag, der meint, sich seiner Marktmacht bewusst zu sein. Ohnehin wird der Planet ja eher geduldet als geliebt, was wohl an der Konkurrenz zur eigenen Schreibtätigkeit steht. Jedenfalls lässt sich die Linie zwischen belanglos, amateurhaft und professionell meist klar ziehen und seit einiger Zeit schneidet da der Planet meist besser ab. Dass man sich so schroff gegen die Autoren wendet, ohne diese einzubeziehen, offenbart für mich eine in Technikerkreisen weit verbreitete Mentalität: Inhalte sind nichts wert. Beim Antikommerzialismus geht es eben doch mehr um Freibier als um Freiheit, denn dass UU hier instrumentalisiert wird, damit einige Leute sich die Taschen vollstopfen können, glaubt doch niemand ernsthaft.

  8. Leider wird die Kommerzialisierung nicht vor Linux oder Ubuntu halt machen, wobei dann Flattr das geringere Problem ist.
    Das Apps System ist die wohl größte Bedrohung der OpenSource-Szene !
    Wenn dieses System nun auch wie geplant auf Ubuntu “einziehen” sollen , könnten viele Linux Programmierer und Entwickler sich überlegen künftig Geld für ihre Entwicklungen zu Fordern , statt sie unter der GPL zu veröffentlichen.
    Beispiel ist hier Android .
    Sollte sich das App System auch auf Desktop Linux Systeme ausbreiten sehe ich ein langsames Streben von vielen “Open Source” Programmen und letztendlich von Foss.

    1. Geht es dir bei OpenSource darum, dass alles umsonst ist? Ist dir das das Wichtigste?

      Nach meinem Verständnis von FOSS ist es das wichtigste, dass die Software frei anpassbar ist und jeder Alternativen schaffen kann. Es werden sich niemals 0815-Programme durchsetzen, zum Glück. Nur komplizierte, für spezielle Anforderungen geschaffene Software wird weiterhin was kosten, zum Glück! Davon leben die Programmierer. Aber irgendwelche Multimedia-Spieler oder Bildbearbeitungsprogramme bleiben frei, da es sehr viele benutzen und es, dank FOSS, jeder selber basteln kann.

  9. Danke für diesen Artikel. Ich versuche die ganze Thematik derzeit eher als neutral zu betrachten. Ich versuche schon seit längerem das Prinzip von flattr zu verstehen und finde es eigentlich sehr interessant. Doch die Haltung, die in diesem Artikel rüberkommt, scheint mir auch zu extrem. Dann bekommt flattr eben 10%, dessen ist man sich aber als flattr-User auch bewusst. Bei PayPal sieht es ja ähnlich aus.

  10. [quote]Dieser Blogger wollte auch Flattr Links in den Signaturen haben.[/quote]
    Ahhh, danke für diese Info. Jetzt wird auch endlich klar wieso sich Chrissss bei ubuntuusers gelöscht hat: Support nur noch gegen monatlichen Obolus.

  11. Ich empfinde die Diskussion um Flattr als naiv.

    Flattr hat bisher das überzeugendste Modell geliefert, um mit wenig Aufwand sich in Form einer Spende für die Mühe zu bedanken, die sich jemand insb. mit seinen Blog-Artikeln gemacht hat.

    Das ist nichts anderes zwischen dem Leser und dem Schreiber, als wenn man einen Freund, der einem bei PC-Problemen weitergeholfen hat, auf einen Kaffee, Pizza o.ä. einlädt.

    Das Betreiben eines Blogs ist in der Regel ein “Zuverlustgeschäft”, da man de facto – und das doch im Gegensatz zu manch anderen ehrenamtlichen Engagements – dauerhaft Auslagen hat, insb. wenn man nicht einen Dienst wie Blogger oder WordPress.com nutzt. In Erinnerung an die Zeit, in der ich als Student bei einem Blog mitgewirkt habe, kann ich daher gut nachvollziehen, wenn man dankbar ist, nicht nur freundliche Worte zum Dank (“Talk is cheap.”), sondern auch eine Form von Dank erhält, die einen nicht-ideel unterstützt.

    Die Argumentation des Profit-Strebens von Flattr steht auf wackeligen Beinen: Zum einen besteht hier kein Zusammenhang dazu, dem Blogbetreiber ein Gewinnstreben zu unterstellen. Zum anderen benutzen sicher viele Planet-Blogs andere Blog-ergänzende Dienste von Firmen, die damit eine Gewinnerzielung anstreben.

    So ist doch beispielsweise die Nutzung von “Google Analytics” oder “Facebook Like” viel kritischer zu beurteilen als Flattr. Denn hier wird knallhart unter dem Deckmantel eines kostenlosen Dienstes die Privatsphäre unterlaufen – mit dem Ziel (im Gegensatz zu Flattr) einen gigantischen Markt zu dominieren: den Online-Werbemarkt.

    Irgendwo fehlt mir in der Diskussion hier die Verhältnismäßigkeit.

    Zumindest sollte es für diejenigen, die den Planet-Feed abonnieren, bei jedem Ausschluss einen Status-Post geben, der darauf hinweist, welche Blogs verbannt wurden. Sonst wird das Vertrauen in den Planet-Feed untergraben, weil der Leser stets nachvollziehen müsste, welche Quellen noch eingebunden sind und welche nicht mehr.

    Schließlich interessieren mich die Inhalte und es ist für mich unverständlich, wie UU.de trotz seines Open-Source-Verständnisses mich von Informationen (ohne weitere Notiz) abschneiden möchte, die es vorher durch die Aufnahme in den Planeten als wertvoll eingestuft hat.

  12. Gehen die 10% wirklich an Flattr oder fallen sie bei den Transaktionen als Gebühren für Kreditkartenunternehmen und Paypal an? Und wo fallen diese an?
    Bei der Auszahlung meines für meine Blog/Podcast-Tätigkeit erhaltenen Flattrgeldes?
    (Da habe ich mich nicht 100% informiert, weil ich eh kaum in den Genuss kommen werde da wirklich einnahmen mit zu erzielen. Für mich ist es eine tolle Möglichkeit zur Vergütung von Blogposts etc. beizutragen und meine Wertschätzung durch den klick zu zeigen.)

    Jedenfalls habe ich grundsätzlich kein Problem das Flattr auch Geld abbekommt,
    immerhin ermöglichen sie die einnahmen für den Bespendeten erst.
    Wir wissen ja alle wie erfolgreich die Paypal Spendenknöpfe in der Vergangenheit funktioniert haben, und wie viel Geld bei den großen Blogs und Podcasts mittlerweile über Flattr abfällt. Ein klick auf nen Flattrbutton ist für mich einfach ein nobrainer wenn mir der gelesene Artikel was gebracht hat, oder er mir schlicht gefiel, oder ich der Meinung bin dass er besonders Aufwändig war.

    Bislang bin ich jedenfalls davon ausgegangen dass der große Verlust bei der Einzahlung durch Paypal stattfindet. Wenn man mir das mal genau vorrechen könnte was da von dem Geld an wen genau geht…

  13. Sorry aber ich halte diesen Post für verfehlt. Wenn es den Blogger – mit Flattr-Button – nur um ein Profitstreben ginge, dann würden sie ihre Blogs auch rein kommerziell betreiben. So bitten sie nur um eine Spende, das Geschäftsmodell, wie sie ihre Spende erhalten sollte trotzdem ihnen überlassen bleiben.

    Sicherlich mag Flattr nicht die beste Methode dafür sein. Aber wegen eines kleinen Buttons oder eines schnöden Textlinks (welcher mich auch bei übrigen Blogs und Posts nicht im geringsten stört) sonst recht informative und unterhaltsame Posts zu löschen, sieht für mich eher nach Engstirnigkeit aus. Verhältnismäßigkeit sucht man da vergebens.

    Da geht es dann doch wohl eher um die gnadenlose Aufrechterhaltung eines Idealismus.
    Denn niemand wird sich an so einem Textlink oder einem kleinen Button stören. Natürlich ist dieser auch Werbung für Flattr, aber das gleiche gilt für Paypal-Links, Giro-Pay oder Sonstigem …

  14. Die Kritik an Flattr verstehe ich durchaus. Ich finde auch, dass die Gebühren zu hoch sind, es handelt sich natürlich um einen kommerziellen Dienst und jede Spende die darüber getätigt wird ist gleichzeitig eine Einnahme für Flattr. Für Flattr ist es also Kommerz, keineswegs aber für diejenigen die des Button zur Spendenakquise nutzen.

    Wieso nutze ich Flattr trotzdem? Weil ich es richtig finde, dass die Angebote des Netzes weitgehend umsonst sind und dies auch bleiben sollen. Daher finde ich es gut wenn neue Konzepte der freiwilligen Bezahlung, Unterstützung, Spende entwickelt werden. Es gibt gerade in der Linux- und OS-Welt unzählige Dienste, Software und Portale die großartiges leisten ohne dafür etwas zu verlangen. Gerne spende ich für solche Angebote! Da Flattr momentan wahrscheinlich die einfachste Möglichkeit ist, schnell im vorbeisurfen solche Spenden zu leisten, hat es durchaus Potential sich als Micropayment-Dienst zu etablieren und damit einen Gegenpol gegen manch andere Bestrebungen eines vielfach geschlossenen User-Bezahl-Netzes zu erzeugen.

    Wenn Flattr Erfolg hat, können sich andere Dienste der Art bilden, die vielleicht dafür sorgen, dass die Gebühren sinken. Es bleibt damit aber trotzdem kommerziell, das ist richtig! Dann wird eben das Geld (viel Geld) mit der Zahl der Nutzer und nicht mit den Stückkosten gemacht. Google wurde damit zur Weltmacht. Was wäre z.B. mit einem OS-Micropayment-System für die Linux- und OS-Community? Fände ich super, würd ich mich sofort anmelden und fleißig spenden. Da kommt jetzt bestimmt: Ja, machs doch. Mach den Dienst auf! Hätte ich Ahnung von Programmierung, Webdesign etc., würd ichs vielleicht auch tun. Das ist aber nicht der Fall, gerade daher bin ich überwältigt von den vielen Angeboten und der (fast immer) geduldigen Hilfbereitschaft der Community und auch nur zu gerne bereit dafür zu spenden oder auf andere Weise etwas zurück zu geben.

    Das sind jetzt alles keine Argumente für Flattr auf ubuntuusers.de. Da Flattr unumstritten kommerziell ist und dies als ein Ausschlusskriterium aufgefasst wird, muss das wohl so sein. Allerdings will ich vielleicht zum Nachdenken über den doch möglichen Sinn des Dienstes anregen.

    Canonical agiert auch in vielem tendenziell kommerziell. Da gibts viel Kritik dran. Ubuntu One Music z.B. Ich für meinen Teil nutze diesen Dienst gerne. Aus dem gleichen Grund. Ich finde des OS super, viel besser als Windows (ohne Bashing-Gedanken!) jemals war. Daher kaufe ich gerne meine Musik dort, wo vielleicht ein kleiner Teil davon der zukünftigen Entwicklung dieses Betriebssystemes zugute kommt, dass ich andererseits auch ganz umsonst haben könnte und vielleicht für viele Menschen, die sich eben keine kommerziellen Betriebssysteme leisten können, eine hervorragende Alternative darstellt.

  15. Pingback: FERNmanns Blog

Comments are closed.