Geschäftspraktiken einer großen IT-Firma

Man stelle sich vor ein armes Land (ungefähr Nummer 50 in der Liste der Länder nach Bruttoinlandsprodukt) entscheidet sich eine kostengünstige Hard- und Softwarelösung (Größenordnung 17 000 Computer) anzuschaffen. Sie bekommen ein Angebot von einem Anbieter, es ist eine offene Softwarelösung, ideal für das Land. Sie schließen einen Vertrag ab. Der Anbieter fängt an die Geräte auszuliefern. Plötzlich entscheidet sich das Land anders: “hey wir zahlen euch den Vertrag, aber eure Software schmeißen wir runter und hauen die von eurem größten Konkurrenten, einem Monopolisten, drauf.” Sieht das nun noch nach freien und fairen Wettbewerb aus? Für mich nicht. Da ist was ziemlich Übles gelaufen. Da bin ich mir fast sicher. Aber lest selbst: An open letter to Steve Ballmer

3 thoughts on “Geschäftspraktiken einer großen IT-Firma”

  1. That’s business.

    Microsoft investiert ein paar Windows-Lizenzen (die werden sie dem Land geschenkt haben) und ein paar US-$ (die werden sie den zuständigen Entscheidern des Landes geschenkt haben), dafür bekommen sie eine ganze Generation von jungen Menschen, die nur MS-Produkte kennen und diese einsetzen wollen.
    Langfristige Investition nennt man so was.
    Und ethisch verwerflich ist es eigentlich nicht, mal abgesehen von der (hiermit unterstellten) Bestechung, die aber in 3. Welt-Ländern leider Gang und Gäbe ist.

    Klar – Mandriva ist das technisch bessere und geeignetere Produkt. Aber solche Entscheidungen werden halt nicht von technisch versiertem Personal getroffen. Und für dieses zählt einzig der monetäre Vorteil. Und solange MS bereit ist, in solchen Fällen Lizenzen zu verschenken – was man ihnen nur schwer verbieten kann – wird so was immer wieder vorkommen.

    Was man dagegen machen kann? Nichts. Sobald der Vorteil “kostenlos” weg ist, wird sich fast jeder für Windows entscheiden. Es sei denn natürlich, die FOSS-Gemeinde ist bereit, die höheren Schmiergelder zu zahlen.

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