Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich den Post überhaupt schreiben will und bin nun doch zum Entschluss gekommen, ihn zu schreiben.

Mit geht es heute mal um die Situation Kubuntu 8.10/KDE 4 und die Anwender. Ich bin ja Supporter im KDE Forum von Ubuntuusers und bekomme somit jeden neuen Thread mit. Und ich muss sagen, seit dem Release macht es eigentlich keinen Spaß mehr. Es tummelt sich von Beschwerden gegenüber KDE. Als Entwickler, der auch zu KDE 4.1 beigesteuert hat, ist es natürlich nicht schön, so etwas zu lesen. Immerhin opfere ich meine Freizeit für das Projekt, versuche den Anwendern eine bessere User Experience zu geben und man liest nur schlechtes. Ich bring jetzt einfach mal ein paar Beispiele:

  • “Ist ein schlechter Witz oder!!” [...] “Sowas als Final zu vermarkten ist im grunde eine Frechheit, wenn ich in meiner Branche so einen Müll abliefern würde, dann gute Nacht, ich habe den Eindruck man wird von Canonical etwas veräppelt - hab ich nen dicken Hals - sorry das musste jetzt mal raus!!”
  • “nach dem Update auf Kubuntu 8.10 bin ich richtig erschrocken. Dass KDE 4 immer noch so unfertig ist hätte ich ehrlich gesagt nicht vermutet”
  • “aber ist die noch Alpha oder Beta ???”
  • “Funktioniert überhaupt etwas in diesem Release?”

Ist jetzt nur eine kleine Auswahl und ich habe mich gerade beim Suchen immer auf den ersten Thread Post beschränkt. Man sieht hier meiner Meinung nach zwei Sachen:

  1. Die Anwender haben offensichtlich das Upgrade gemacht ohne sich im Klaren zu sein, dass KDE 4 noch nicht ausgereift ist
  2. Die Anwender haben ein extrem hohes Anspruchdenken

Zum ersten Punkt. Es gibt im Adept Manager keine direkte und einfache Möglichkeit das Upgrade zu starten. Man muss Adept mit einem zusätzlichen Flag starten, um das Upgrade machen zu können. Dies wurde eingebaut, damit eben niemand aus Versehen auf Kubuntu 8.10 aktualisiert und zu KDE 4 gezwungen wird. Es ist also davon auszugehen, dass ein Anwender, der herausfindet wie man das Upgrade startet auch weiß, dass KDE 4 installiert wird, dass er weiß, was es bedeutet KDE 4 zu nutzen und dass er KDE 4 nutzen will. Nur um dieses weiter sicherzustellen hat Kubuntu natürlich auch weitere Informationen veröffentlicht:

This Intrepid release lives up to its name by including many changes, but there are some features that are not yet available in KDE 4. If you would rather stay with what you know then remember that Kubuntu 8.04 is still fully supported, see KDE3-KDE4Migration and Is KDE 4.1 for you? for more information on deciding. You can try it first with the Kubuntu Intrepid Live CD to see for yourself whether or not it really is “for you”.

(Quelle: Kubuntu 8.10 Refreshes the Desktop)

Nun gut, dies ist auf Englisch. Nicht jeder kann Englisch. Also schauen wir mal in die Ankündigung auf Ubuntuusers:

Achtung: Kubuntu 8.10 enthält ausschließlich KDE 4.1 und einige noch nicht portierte Anwendungen aus KDE 3.5. Dies bedeutet insbesondere, dass der neue Desktop zum Einsatz kommt. Ein Downgrade auf KDE 3.5 ist nicht möglich! Wer noch nicht auf KDE 4 wechseln möchte, sollte daher bei “Hardy Heron” bleiben. Nach Auslauf des Supports für KDE 3 im Oktober 2009 wird eine Upgrademöglichkeit auf Kubuntu 9.10 bestehen.

(Quelle: Intrepid Ibex 8.10 - Der “Unerschrockene Steinbock” ist da)

Wem das noch nicht reicht. Es gibt ja auch noch die Anleitung, wie man ein Upgrade macht:

Achtung! Es erfolgt ein Update auf KDE 4.1 und KDE 3.5 wird bis auf einige noch nicht portierte Programme entfernt. Insbesondere wird es nur noch den neuen Desktop geben. Wer noch nicht auf KDE 4 updaten will, soll bitte auf das Update auf Intrepid verzichten.

(Quelle: Upgrade auf Intrepid)

Nun frage ich mich: kann man von einem Anwender verlangen, dass er so etwas liest? Ich meine ja. Immerhin aktualisiert er das Betriebssystem. Niemand würde einfach so auf Windows Vista oder Mac OS X Leopard aktualisieren ohne vorher zu schauen was sich geändert hat. Ist es zuviel verlangt, zu sagen man soll bei Hardy bleiben? Immerhin hat Hardy als LTS Release (nicht KDE) drei Jahre Support. Also Kernel, X-Server etc. werden noch bis April 2011 unterstützt, KDE 3.5 immerhin bis Oktober 2009. Schaut man wieder auf Microsoft, so sieht man doch noch sehr viele Leute mit Windows XP arbeiten, ist noch sehr verbreitet und das ist, wenn ich mich richtig erinnere von 2002. Ist es da wirklich zu viel verlangt, zu sagen man soll eine halbe Jahr alte, noch unterstützte, Linux Version beibehalten? Lenny wird ja auch nicht gerade aktuell sein.

Womit wir beim Anspruchdenken der User wären. Anscheinend erwarten viele User, dass sie neue Software in Top Qualität bekommen. Natürlich, wenn Microsoft veröffentlicht, dann heißt es: “Warte auf das erste Service Pack - vorher ist das nicht benutzbar”. Warum herrscht dann bei Kubuntu solch ein Anspruchdenken? War es weil KDE seit 3.5 im Stillstand war? Keine neuen Features, dafür hohe Stabilität? Hat sich die Linux User Basis so schon verändert, dass es nun User gibt, die nicht mehr das alte Prinzip von “Release early, release often” verstehen?

Schauen wir uns doch mal die Optionen an, die Kubuntu meiner Meinung nach hatte:

  • Nur KDE 3 ausliefern: Nun ja, das hätte bedeutet, dass man auf KDE 3.5 weitere 18 Monate Support gegeben hätte. Ist das überhaupt noch möglich? KDE entwickelt aktiv nur noch KDE 4. Wer soll die Bugs beheben, wenn nicht die KDE Entwickler? Kubuntu hat nicht die Manpower alleine die Bugs zu beheben. Außerdem würde Kubuntu damit alle User verjagen, die KDE 4 wollen. Dazu gehören auch einige KDE Entwickler. Diese an andere Distributionen zu verlieren, wäre bestimmt nicht gut für das Projekt, da KDE Entwickler eher mal einen distributionsspezifischen Bug zurückmelden.
  • KDE 3 zusätzlich zu KDE 4 in Universe: Das hätte bedeutet, dass es auf KDE 3 keinen Support gegeben hätte. Wenn ich mir anschaue, wie viele Leute immer noch nicht verstanden haben, dass Kubuntu 8.04 kein LTS ist, dann wäre dies sicherlich auch schwer zu kommunizieren gewesen. Außerdem war das gleichzeitige Ausliefern von KDE 3 und KDE 4 in Hardy mehr als suboptimal. Hätte man das ganze nun umgedreht, wäre es bestimmt nicht besser geworden. Ja ich weiß, dass openSuSE in 11.1 sowohl KDE 3 als auch 4 ausliefern wird. OpenSuSE hat es in dem Punkt aber etwas einfacher. KDE 3 liegt klassisch im /opt/kde Verzeichnis und KDE 4 lieft ganz normal in /usr. Die Systeme behindern sich also nicht. Eigentlich sollte sogar beide KDE Versionen parallel in /usr zu verwenden sein. Das hat aber keine Distribution bisher ausprobiert und dass Kubuntu nicht den großen Feldtest macht, ist auch verständlich.
  • Nur KDE 4: Die Option, die Kubuntu auch gewählt hat. Meiner Meinung nach die richtige. KDE 4 ist aktiv entwickelt. Alle größeren Distributionen (außgenommen Debian Lenny) sind oder steigen darauf um. Der Zeitpunkt nach einer LTS ist auch ideal. Hier wird keine so hohe Stabilität erwartet (man denke an Edgy) und es ist einfacher zu experimentieren. KDE 3.5 ist über 7.10 und 8.04 immer noch unterstützt. Die User, die wollen, können umsteigen, die User, die nicht wollen, können ihr 3.5 weiterbenutzen. Eigentlich ideal…
  • Natürlich kann man auch einige Fehler und Probleme von Canonical/Kubuntu kritisieren. So auf jeden Fall die komplett fehlerhafte Übersetzung oder die Last-Minute Änderung des Bluetooth Stacks. Aber das hat ja nichts mit KDE zu tun. Insgesamt bin ich froh, dass wir jetzt KDE 4 in Kubuntu haben und ich hoffe, dass sich auch die Anwender damit zufriedener werden oder bei Hardy bleiben. Weiterhin möchte ich diese Nachrichten im Forum nicht mehr lesen, sonst werde ich nächste Woche den Support einstellen bis sich die Wogen geglättet haben und mich wichtigeren Dingen wie meinem Studium zuwenden.

21. November 2008, 12:26 Uhr

Diese Woche war der Feature Freeze der KDE 4.2. Es können also keine neuen Features hinzugefügt werden und die verbleibende Zeit soll zum Jagen der Bugs verwendet werden. Feature Freeze bedeutet auch, dass sich meine selbstgebaute KDE nun so meldet:

Nein das ist über Pakete nicht zu haben und nein, die Beta ist noch nicht veröffentlicht.

Nun was wird denn 4.2 so bringen? Zum einen wohl alles was in 4.1 noch nicht so wirklich funktionierte. Plasma erreicht nun mehr oder weniger Feature Gleichheit mit KDesktop/Kicker aus 3.5. Ja es gibt Panel-Autohiding (nicht dass ich es bräuchte). Die fürchterlichen Darstellungsfehler im Systray sind endlich behoben (das für mich wichtigste Feature) und das Design des Panels wurde deutlich verschönert. Ach ja Fenster werden in der Fensterleiste endlich gruppiert und die Fensterleiste ist auch wieder mehrzeilig. Auch nicht so wichtig für mich, da ich meistens nicht mehr als 5 Anwendungen geöffnet habe, aber trotzdem schön.

Abgesehen von Plasma wurde auch sonst an allen Ecken und Enden gearbeitet. KWin schaltet Compositing jetzt standardmäßig ein und verwendet dazu einen cleveren Selbsttests. So ziemlich jeder Effekt wurde zu 4.2 hin überarbeitet, verschönert und verbessert. Besonders viel Liebe haben der Present Windows und Desktop Grid Effekt bekommen. Wir haben auch einige neue Effekte wie den Desktop Cube oder eine neue Magic Lamp minimier Animation. Auch an der doch etwas umständlichen Konfiguration haben wir gefeilt. Den Effekt zum Wechseln zwischen Fenstern (Alt+Tab) und Wechseln der Arbeitsfläche, kann man aus einer Dropdown Liste bequem auswählen und kommt somit auch an Einstellungen ran, die ansonsten irgendwo in den einzelnen Effekten versteckt wäre (wer wüsste schon, dass man Present Windows für Alt+Tab verwenden könnte?). Wir können nun global die Animationsgeschwindigkeit einstellen - also wer Zeitlupe will, kein Problem ;-) Die Einstellung für die aktiven Ränder versteckt sich auch nicht mehr in den einzelnen Effekten, sondern ist bequem über einen kleinen Monitor mit markierten Ecken auswählbar. Leider konnten wir die unübersichtliche Effekt Liste nicht überarbeiten. Das ist - für mich - das wichtigste ToDo für 4.3.

Konqueror lädt neuerdings Webseite richtig schnell. Kann nun in der Ladegeschwindigkeit locker mit anderen Browsern mithalten. KMail hat eine komplett neue Nachrichtenliste erhalten. War ein Google Summer of Code Projekt und ist einfach nur umwerfend. So stellt man sich einen Mail Client vor. Wirklich das worauf ich mich bei 4.2 am meisten freue.

So und da ich nicht alle Neuerungen kenne und sie aufzählen kann, verweise ich einfach mal auf den Feature Plan.

20. November 2008, 12:34 Uhr

Nachdem ich mir einen neuen Laptop gekauft habe und somit eine frische Installation von Kubuntu habe, besitze ich keinen Firefox mehr. Ich wollte ihn ja installieren, aber dieses hielt mich davon ab:

sudo apt-get install firefox
[sudo] password for martin:
Paketlisten werden gelesen… Fertig
Abhängigkeitsbaum wird aufgebaut
Lese Status-Informationen ein… Fertig
Die folgenden zusätzlichen Pakete werden installiert:
apturl docbook-xml firefox-3.0 firefox-3.0-branding gksu gnome-app-install
gnome-icon-theme libbonobo2-0 libbonobo2-common libbonoboui2-0
libbonoboui2-common libcairo-perl libgksu2-0 libglade2-0 libglib-perl
libgnome2-0 libgnome2-canvas-perl libgnome2-common libgnome2-perl
libgnome2-vfs-perl libgnomecanvas2-0 libgnomecanvas2-common libgnomeui-0
libgnomeui-common libgtk2-perl libgtkhtml2-0 libgtop2-7 libgtop2-common
liblaunchpad-integration1 librsvg2-common libscrollkeeper0 libvte-common
libvte9 python-cairo python-gconf python-glade2 python-gst0.10 python-gtk2
python-gtkhtml2 python-launchpad-integration python-numeric python-pyorbit
python-sexy python-vte scrollkeeper sgml-data software-properties-gtk
synaptic ubufox xulrunner-1.9

Man beachte vor allem die letzten Pakete: synaptic. Kann mir irgendjemand erklären, warum ich gksu und synaptic brauche um Firefox zu installieren? Ich will einen Browser keine Paketverwaltung und schon gar nicht will ich, dass der Browser Root-Rechte bekommt.

Sorry aber solche Abhängigkeiten, da ist einfach was falsch. Es ist ja schön, dass der Firefox als Standardbrowser von Ubuntu gut integriert ist. Aber er sollte doch zumindest möglich sein, Firefox auch in KDE zu installieren ohne eine andere Desktopumgebung zu installieren. Es war ja schon unter Hardy so, dass man aufpassen musste, dass man sich nicht halb GNOME mit Firefox installiert, aber nun hat man gar keine Chance mehr. Vielen Dank Ubuntu, jetzt hab ich halt Opera installiert für die Webseiten, die im Konqueror nicht funktionieren.

11. November 2008, 2:36 Uhr

Ich habe gerade beim Webshop von GRAVIS mir ein neues Spielzeug aus Alu mit einem angebissenen Apfel drauf bestellt. Wie üblich (und für mich die einzig akzeptable Variante) hab ich mit Kreditkarte bezahlt. Während des Eingebens der Informationen hab ich natürlich ein paar Sachen überprüft. Und es war alles in Ordnung. Die Adressleiste zeigte das wichtige “s” und das grüne Sicherheitssymbol wurde auch angezeigt.

Kurz nach der Bestellung kam dann der Schock per Mail:

Bei Erstbestellung über Kreditkarte benötigen wir einmalig von Ihnen (zu Ihrer eigenen und zu unserer Sicherheit) eine beidseitige Kopie Ihrer Kreditkarte und Ihres Personalausweises. Bitte übersenden Sie uns eine PDF-Datei per e-mail oder faxen Sie diese Unterlagen an die Fax-Nummer 030-xxx xx xxxx. Geben Sie bitte die Ref-Nummer Ihrer Webstore-Bestellung an. Alternativ ist die Zahlung per Nachnahme oder per Vorauskasse möglich.

Ich soll also so sensible Daten wie meine Kreditkarte über ein unverschlüsseltes Medium wie e-mail oder Fax versenden? Das ist einfach nur: “Security done wrong”. Wie war das mit E-Mails sind wie Postkarten? Seit wann ist Fax verschlüsselt? Ich hab natürlich sofort den Support angerufen und mir wurde dann als Möglichkeit die Pseudoverschlüsselung von PDF empfohlen. Eine symmetrische Verschlüsselung. Wie bitteschön soll dann der Schlüssel auf sicherem Weg zum Händler gelangen?

Ich akzeptiere ja ohne weiteres die Kopie des Personalausweises. Das ist akzeptabel und auch nachvollziehbar. Aber eine Kopie der Kreditkarte über ein unverschlüsseltes Medium ist nun mal nicht “zu meiner eigenen Sicherheit”.

Wäre ich über diesen Punkt vor dem Bestellen informiert worden, so hätte ich bei dem Händler nicht bestellt, sondern direkt beim Hersteller.

27. Oktober 2008, 5:26 Uhr

Thanks to a cold and the decision not to attend classes today I found some time to work on CoverSwitch again and to blog about the new features I’m working on.

Some time ago I started to port CoverSwitch to new possibilities introduced by Cube. So we do not have to define an own perspective projection as KWin is already using a perspective projection. For those who are intersted: it is exactly the same projection matrix as used by Compiz. And I must say that CoverSwitch looks better now. The porting is not yet finished as there is a regression with multi screen setups. That’s the reason why it has not yet hit trunk.

Today I introduced a new feature I once saw at kde-look. Btw. kde-look is not the best place to inform developers about feature request. If I hadn’t visited kde-look on that day there would not be this new feature ;-) A thumbnail bar is added to CoverSwitch. So you can also see all windows additional as thumbnails. In fact the thumbnail bar is taken from BoxSwitch effect and modified to fit into CoverSwitch. So if you wondered why I added animations to BoxSwitch effect, now you know :-D

So here’s a screenshot:
Coverswitch with thumbnail bar

Another new feature is taken from Cube. You can define the position where the covers should be shown. A kind of zoom. So it is possible to have the covers far away:
Covers far away
Or very near to the front:
Covers very near to front

It is not possible to zoom while CoverSwitch is activated, but there is a nice slider in the config.

None of these new features has hit trunk yet. It currently lives in the “coverswitch” branch in Zarin’s git repository. So if you want to give it a try just pull the branch. But of course I hope to have it ready for 4.2.

I’ll present a video as soon as I finished all my new features.

27. Oktober 2008, 1:10 Uhr

Das Amarok Projekt hat diese Woche die Beta 2 von Amarok 2 veröffentlicht. Damit hat Amarok nun endlich einen benutzbaren Punkt auf meinem System wieder erreicht. (Beta 1 hat aus welchem Grund auch immer die Sammlung nicht erfasst.)

Ich kenne Amarok 2 natürlich schon lange und hab es schon seit langem selbst kompiliert und mir immer mal wieder die neuen Fähigkeiten angeschaut. Aber das was jetzt vor der Fertigstellung steht, ist einfach nur der Hammer. Amarok hat Plasma wunderbar integriert. Wenn man nicht wüsste, dass es Plasma ist… Vor allem das zoomable user interface funktioniert wunderbar. Es ist intuitiv verständlich und der Wechsel des Context views ist denkbar einfach. Hoffe der Desktop wird auch mal so. In Kubuntu 8.10 ist ja ZUI (leider) deaktivert.

Ganz besonders gefällt mir die neue Zufallswiedergabe. Ich höre sehr gerne Musik zufällig aus der Sammlung habe aber auch z.B. viel Klassik rumliegen, was ich nur beim Lernen hören will. Nun kann man ganz einfach über Prozentangaben und Kriterien den Zufall beeinflussen. Zum Beispiel: classic 0 %. Problem gelöst.

Tja das andere ist, dass damit die letzte KDE 3 Anwendung, die ich regelmäßig nutze, portiert wurde. Klar mit K3B, kile oder kdesvn habe ich noch ein paar Anwendungen installiert, sie gehören aber nicht zu den Anwendungen, die ich regelmäßig offen habe. Aktuell habe ich nur KDE 4/Qt 4 Anwendungen geöffnet. Schon irgendwie komisch. Zu Linux bin ich zu Zeiten von KDE 3.0/3.1 gestoßen (lang, lang ist es her und so genau erinnere ich mich nicht mehr) und nun ist es alles ersetzt. Anwendungen die für mich ganz normal waren wie kicker oder kpdf gibt es nicht mehr oder sind evolutionär weiterentwickelt. Ich hätte mir auch nie vorstellen können, Konqueror nicht zum Dateimanagement zu verwenden. Aber Dolphin hat mich überzeugt, obwohl ich ihn in KDE 3 und Kubuntu gehasst habe. Aber wie KDE 4.1. so schön heißt: “Don’t look back”.

10. Oktober 2008, 9:48 Uhr

Ich habe sehr spezielle Anforderungen an eine Textverarbeitung. Für alles was “schön” aussehen soll, oder mehr wird als eine Seite benutze ich eh LaTeX. Für Textverarbeitungen bleibt also alles was übrig ist. Da es nicht schön aussehen muss, konkurriert dann die Textverarbeitung mit dem Texteditor, der für einfache Sachen ja auch ausreichend ist.

Also Textverarbeitung muss schneller sein als der Overhead von LaTeX, mindestens genauso schnell wie ein Texteditor und sollte bessere Ergebnisse als ein Texteditor liefern.

Was also absolut nicht geht, sind Textverarbeitungsprogramme, die z.B. über eine Büroklammer versuchen mir zu erklären, dass ich offensichtlich einen Brief schreibe - auch wenn ich das nicht tue - und mir dazu Hilfe anbieten. In dem Fall hat sich die Textverarbeitung selbst disqualifiziert, weil sie mich nervt und damit in der Geschwindigkeit hinter den Texteditor zurückfällt.

Nun gestern hab ich ein Übungsblatt bearbeitet. Fällt in die Kategorie Textverarbeitung, da LaTeX sich nicht lohnt und es ein bißchen besser als Texteditor aussehen sollte. Also OpenOffice.org gestartet und begonnen zu schreiben. Plötzlich fängt er an aus 2.1 eine Nummerierung zu machen und in der nächsten Zeile die 3. zu setzen und das Punkt 1 aus der vorherigen Zeile zu entfernen. Nichts was ich wollte und nichts wozu ich Lust habe mich mit zu beschäftigen. wie ich die ungewollte Nummerierung wegbekomme und OpenOffice.org dazu zu bringen zu machen was ich will. Also Faktor Zeit/Aussehen wieder zu Gunsten des Texteditors geschwappt.

Also OpenOffice.org geschlossen und da ist mir was eingefallen: “Hey vor Kurzem wurde doch KOffice 2 veröffentlicht und es gibt doch auch Pakete”. Kurz auf Kubuntu.org gegangen, Paketquellen bearbeitet, installiert und ausprobiert. Und siehe da, KOffice macht das was ich will. Keine Probleme gehabt. Natürlich die Aufmachung von KOffice ist etwas gewöhnungsbedürtig, aber dennoch intuitiv. Der Platz wird einfach perfekt genutzt.

Tja damit hat OpenOffice.org wahrscheinlich bei mir nie wieder eine Chance. KOffice ist installiert, ist in KDE sehr gut integriert (immer ein wichtiger Faktor ;-) ) und lässt die Plasma Kontrollleiste nicht komisch aussehen - keine Ahnung wer für den Bug verantwortlich ist :-D

Da KOffice OpenDocument beherrscht sollte es auch keine Probleme geben wenn ich Dokumente weitergebe oder bekomme. Und wenn es identisch aussehen soll: dafür gibt’s PDF.

7. Oktober 2008, 3:39 Uhr

Heute habe ich in den Entwicklungszweig der KDE eine Überarbeitung des BoxSwitch Fensterwechsel (Alt+Tab) Effekt eingespielt. Nun gibt es auch eine Animation wie in dem bei Compiz bekannten Effekt. Jedoch erst in KDE 4.2.

Worte sagen nicht viel daher ein Video:

Bei YouTube
Wer Flash nicht mag: es gibt auch eine hochauflösende Version.

Sehr interessant war heute übrigens die Erfahrung wie schnell ein Server in die Knie gehen kann. Ich hab das Video auch auf Planet KDE veröffentlicht, was sehr viele Zugriffe verursachte. Irgendwann hat Apache nicht mehr mitgemacht :-( Nach einer Umkonfiguration sollte jetzt alles wieder funktionieren.

5. Oktober 2008, 9:34 Uhr

Today animation support for boxswitch hit trunk. So you can enable animation like in the Compiz one. The animation is optional. So if you don’t like animations you won’t see it.

Well what is better to show new animations than a video?

For those who don’t like Flash or want to see a better version of the video

5. Oktober 2008, 2:52 Uhr

Gute Nachrichten für alle Freunde des *BLING*. Mir ist zu Ohren gekommen (OK eher per Mail in mein Postfach), dass in Kubuntu Intrepid Ibex der OpenSuSE 11.1 Branch von KWin verwendet wird. Das ist richtig toll. Lubos Lunak (mein Mentor bei GSoC und Maintainer von KWin) hat richtig tolle Arbeit geleistet und alle bis jetzt existierenden Neuerungen und Verbesserungen für KDE 4.2 auf KDE 4.1 zurückportiert. Ich hatte schon ernsthaft mit dem Gedanken gespielt mir den openSUSE Build Service anzuschauen um mir selbst das Paket zu bauen. Die Verbesserungen sind so toll, dass ich sie selber haben will.

Ich muss auch sagen ich finde es richtig toll, dass openSUSE so stark Upstream ihre Distribution bauen. Alle Änderungen werden direkt im KDE SVN Repository gemacht und sind somit von Anfang an transparent. Davon kann dann zum Beispiel auch Kubuntu profitieren und deren Branch übernehmen. In diesem Fall ist ja klar, dass die SuSE Leute Ahnung haben, schließlich wird der Branch vom KWin Maintainer gepflegt. Wer jetzt denkt, dass hier Kubuntu mal wieder nur nimmt und nicht gibt: wir Kubuntu User spielen ja jetzt im Prinzip den Beta-Tester für SuSE. Bugs die jetzt in Kubuntu auftreten, sind dann in openSUSE 11.1 behoben. Also mal wieder win-win für alle - so läuft richtig gutes Open Source ;-)

So jetzt mal was gibt es denn tolles neues im Vergleich zu KDE 4.1:

  • Compositing Selbsttest
  • Würfel/Zylinder/Kugel Effekt
  • Verbesserter PresentWindows (Exposé) Effekt. Natürliche Anordnung und die Möglichkeit als Alt+Tab Wechsler zu verwenden
  • Verbesserte Konfiguration: einfaches Auswählen des Alt+Tab Effekts über ein Dropdown
  • Performance Verbesserungen

Auf jeden Fall mal ein Grund mein Laptop am Wochenende auf Intrepid upzugraden. Ich glaube als ich gerade die Liste durchgeschaut habe, was in dem Branch so enthalten ist, auch gleich mal einen Fehler entdeckt zu haben. Wird dann mal überprüft und gemeldet ;-)

Update:Es sieht so aus, als ob der openSUSE Branch wieder deaktiviert wurde, da es Probleme verursachte. Ich weiß jetzt nicht, ob es bis zum final Release wieder aktiviert wird, fürchte aber nicht. Quelle

25. September 2008, 10:43 Uhr